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Iryna Sauerwald
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Iryna Sauerwald2025-12-09 12:51:112025-12-09 12:52:41„Alter Bahnhof Video Walk“ wieder für alle zugänglichChancen erkennen, Potenziale entfalten!
Stadtzeit-Gespräch mit Kai Georg Bachmann, Geschäftsführer der Regionalmanagement Nordhessen GmbH.
Zusammen mit seinem Team setzt Kai Georg Bachmann vielfältige
Impulse, um die Region immer wieder neu zu denken – als attraktiven Lebens- und Arbeitsraum, als Modellregion für dezentrale Energien, zukunftsfähige Mobilität und nachhaltigen Tourismus.
Herr Bachmann, wo sehen Sie im Hier und Jetzt die größten Potenziale der Region, die es in Zukunft zu fördern und umzusetzen gilt?
Zum einen wollen wir Nordhessen im Bereich der Lebens- und Arbeitsbedingungen stärken, um die Region für die Fachkräfte der Zukunft attraktiv zu machen. Stichwort: attraktive Arbeitgeber:innen und -nehmer:innen ansiedeln. Wir vermitteln dafür die vielen Vorzüge Nordhessens. Dazu gehören die verschiedenen Jobmöglichkeiten in unserer Region, in der es gleichzeitig auch bezahlbaren Wohnraum gibt und in der sich Land und Stadt auf ganz besondere Weise verbinden.
Was macht diese Verbindung für Sie aus?
Was Kassel und Region aus meiner Sicht auszeichnet, ist vor allem die besondere Verbindung zwischen Kassel als Oberzentrum und den um liegenden Kommunen: Kassel profitiert beispielsweise in Aspekten der Naherholung oder der Energieversorgung mit grüner Energie; das Umland profitiert vom Staatstheater oder auch der Universität, wenn wir an die vielen Ausgründungen und Impulse denken, die von dort ausgehen. Von den Menschen, die neu in unsere Region gekommen sind, wissen wir, dass sie sich hier rundum wohl fühlen – und das hätten sie so erstmal nicht erwartet, weil sie Kassel nur vom Vorbeifahren über die Autobahn oder als Umsteigepunkt von Bahnreisen kennen. Diese Wahrnehmung unserer Region sind wir dabei zu ändern!
Ein wichtiges Stichwort für die Zukunft der Region ist die Energie
wende. Wie sehen Sie Nordhessen da aufgestellt?
Das Thema dezentrale Energietechnologien spielt für uns eine ganz wichtige Rolle. Wie die Energiesysteme der Zukunft aussehen sollen, dazu gibt es schon seit vielen Jahren Forschungen und Umsetzungsstrategien. Und es gibt bereits große Erfolge. Im Stromsektor unserer Region sind inzwischen 60 Prozent erneuerbare Energietechnologien vertreten. Mit Blick auf den Gesamtenergiebedarf, also Strom, Verkehr und Wärme, sind wir allerdings erst bei 20 Prozent. In Nordhessen haben wir wunderbare Voraussetzungen, um zu zeigen, wie sich die Versorgung von Kommunen und Quartieren mit grüner Energie mit Ladeinfrastruktur und günstiger Energie für die ansässigen Unternehmen verbinden lässt.
Was macht Sie da so optimistisch?
Mein Optimismus leitet sich daraus ab, dass es vor Ort viele kompetente Akteur:innen in diesen Bereichen gibt: Viessmann, SMA, viele kleinere Hidden Champions, das Fraunhofer Institut, die Universität Kassel, das Kompetenznetzwerk für dezentrale Energietechnologien oder das House of Energy. Diese Player leisten wichtige Beiträge dazu, wie die Energiesysteme der Zukunft aussehen und auch dazu, wie sich Zukunftstechnologien wie grüner Wasserstoff oder Energiespeicher nutzen lassen. Wir sehen Nordhessen daher als Vorreiterregion für die Energiewende.
Welche weiteren Potenziale sehen Sie für unsere Region?
Wir sehen, dass seit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine das Thema „Sicherheitspolitik“ in der gesellschaftlichen Diskussion eine ganz andere Dynamik bekommt. Deshalb beschäftigen wir uns aktuell auch mit der Frage, wie wir Nordhessen als herausragenden Standort der Verteidigungsindustrie stärken und im Wettbewerb positionieren können. Nordhessen bietet hierfür mit Unternehmen wie Rheinmetall, verfügbaren Gewerbeflächen und attraktiven Entwicklungspotenzialen hervorragende Rahmenbedingungen. Für kommende Strukturmaßnahmen, über die auf politischer Ebene entschieden wird, wollen wir Nordhessen im Blick der Entscheidungsträger:innen wissen. In den vergangenen Jahren haben wir die Region in Wiesbaden und Berlin immer wieder sichtbar gemacht und deren Stärken kommuniziert. Wichtig ist, dass wir uns zusammenschließen, um gemeinsam in und mit der Region sichtbarer zu werden und von den Stärken der anderen zu profitieren.

Kai Georg Bachmann. Foto: Regionalmanagement
Nordhessen GmbH
22.08.2025
Kai Georg Bachmann im Gespräch
StadtLabor-Podcast zum Thema „Perspektiven für die Region
Hier zu hören
Die Autorin der Schrift-Version Paula Behrendts
studierte Soziologie an der Universität Kassel. Als festes Redaktionsmitglied begleitet sie regelmäßig die Publikation von der Themenfindung über das Texten bis zum letzten Korrekturdurchgang. Darüber hinaus ist sie für den Social-Media-Auftritt verantwortlich.
Diesen Artikel auch zu lesen in der StadtZeit-Ausgabe 124, Sommer 2025, S. 46
>>hier zu lesen













