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Iryna Sauerwald
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Iryna Sauerwald2026-10-31 10:11:302026-10-31 10:15:19Poetischer Indie-Pop: Andreas Liebert live in KasselNachhaltige Heizsysteme im Altbau
Eine neue Heizung allein spart noch keine Energie – entscheidend ist zunächst der Zustand des Gebäudes.
Steigende Energiekosten und der Wunsch nach mehr Klimaschutz bringen viele Hausbesitzer zum Nachdenken. Oft fällt der erste Blick auf eine neue Heizungsanlage, doch der wichtigste Schritt liegt meist an anderer Stelle. Bevor Hausbesitzer über eine Wärmepumpe oder ein anderes Heizsystem entscheiden, sollten sie zunächst den energetischen Zustand ihres Gebäudes bewerten. Denn nicht die Heizung allein bestimmt den Energieverbrauch, sondern vor allem die Qualität der Gebäudehülle.
Der energetische Zustand entscheidet
Ein guter Anhaltspunkt ist das Baujahr. Häuser aus der Zeit vor 1978 besitzen häufig ungedämmte Außenwände, schlecht gedämmte Dächer und ältere Fenster. Entsprechend hoch ist ihr Wärmebedarf.
Die Wärmeschutzverordnung von 1978 führte erstmals verbindliche Anforderungen ein. Weitere Verbesserungen folgten 1984 und 1995. Seit der Energieeinsparverordnung von 2002 und dem heutigen Gebäudeenergiegesetz verschärften sich die Vorgaben weiter. Je besser die Gebäudehülle, desto effizienter arbeiten moderne Heizsysteme.
Nicht jedes ältere Haus muss vollständig saniert werden. Oft reichen bereits die Dämmung der obersten Geschossdecke, der Kellerdecke oder der Austausch energetisch schlechter Fenster aus. Gerade bei vielen Altbauten bringen diese Maßnahmen fürs eingesetzte Geld die größte Energieeinsparung. Die günstigste und nachhaltigste Energie ist die, die gar nicht erst verbraucht wird. Jede Verbesserung der Gebäudehülle senkt dauerhaft Heizkosten und den Energiebedarf. Eine unabhängige Energieberatung zeigt, welche Maß nahmen im Einzelfall den größten Nutzen bringen.
Welche Heizung passt zum Altbau?
Pelletheizungen gelten als erneuerbare Heiztechnik, sind jedoch nur bedingt nachhaltig. Holz wächst zwar nach, steht aber nicht unbegrenzt zur Verfügung und dient auch als Baustoff. Zudem entstehen bei der Verbrennung Feinstaub und Stickoxide. Herstellung und Transport der Pellets verursachen ebenfalls Energieaufwand.
Für viele Altbauten können hybride Heizsysteme eine sinnvolle Lösung sein. Eine Kombination aus Wärmepumpe und Solarthermie nutzt die Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung. Ebenso lässt sich eine Wärmepumpe mit einer vorhandenen Gasbrennwertheizung kombinieren. Die Wärmepumpe deckt den größten Teil des Wärmebedarfs. Nur an sehr kalten Tagen unterstützt die Gasheizung.
Photovoltaik realistisch bewerten
Eine Photovoltaikanlage gilt oft für Hausbesitzer als ideale Ergänzung zur Wärmepumpe. Tatsächlich liefert sie einen Teil des benötigten Stroms. Die höchsten Stromerträge entstehen jedoch im Sommer, während die Wärmepumpe ihren größten Strombedarf im Winter hat. Dadurch lässt sich nur ein Teil des selbst erzeugten Stroms direkt nutzen. Eine Photovoltaikanlage kann die Betriebskosten senken, der Einspareffekt fällt jedoch häufig geringer aus als erwartet. Entscheidend ist, dass Photovoltaik, Wärmepumpe und Gebäude energetisch zusammenpassen.
Die nachhaltigste Heizungsmodernisierung beginnt nicht mit dem Austausch der Heizung, sondern mit der Reduzierung des Wärmebedarfs. Erst wenn Gebäudehülle und Heizsystem aufeinander abgestimmt sind, lassen sich Energiekosten dauerhaft senken, CO2 Emissionen reduzieren und der Wert der Immobilie langfristig erhalten.

4.10.2026
Dieser Artikel ist auch zu lesen in der StadtZeit-Ausgabe 129, Herbst 2026, S. 24
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