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    Direkter Kontakt:

    Klaus Schaake
    Tel. 0561 – 475 10 11
    post@mittendrin-kassel.de

     

    Gefördert bis Ende 2019 durch:

    Einfach, lecker, pflanzlich! #15

    Effektiv Bienen schützen durch Honigersatz

    Pflanzliche Alternativen von Honig leisten einen entscheidenden Beitrag zum Tier- sowie Umweltschutz und sind einfach anwendbar.

    Schnell stülpt Lisa sich die Ofenhandschuhe über und zieht das Blech mit frisch gebackenen Lebkuchen aus dem Ofen. Wie wunderbar das duftet! Lisa kann es kaum erwarten, sie zu probieren. Als sie kurz darauf in eins der Lebkuchenherzen beißt, ist sie noch glücklicher, denn sie schmecken so fantastisch, wie sie riechen. Jetzt ist sie sich sicher, dass die Lebkuchen ein schönes Geschenk für das Treffen mit ihren Freunden sind. Viele ihrer Freunde ernähren sich vegan, daher hat sie die Lebkuchen ausschließlich mit pflanzlichen Zutaten zubereitet. Nachdem Lisa vor kurzem ein intensives Gespräch mit einer ihrer Freundinnen geführt hat, versteht sie nun auch, warum Honig als tierisches Produkt gilt und Veganer es mit anderen Süßungsmitteln ersetzen. Sie hat von Lola über die Belastung der Bienen sowie der Umwelt aufgrund der Honigproduktion erfahren. Das hat sie als Anreiz genutzt, direkt einmal Lebkuchen ohne Honig und stattdessen mit Ahornsirup zu backen. Es hat ausgezeichnet geklappt und sie nimmt sich vor, nun häufiger Honigalternativen zu nutzen.

    Honig verletzt vegane Grundsätze

    Honig ist ein tierisches Produkt, da Bienen ihn herstellen. Die Bienen sammeln den Nektar und benutzen ihn als eigenes Nahrungsmittel und als Wintervorrat. Da Veganer auf alle Produkte verzichten, die von Tieren stammen oder für deren Herstellung Tiere genutzt werden, zählt dazu auch Honig. Die kommerzielle Honigproduktion ist oft mit der Ausbeutung von Bienen und ihrer natürlichen Lebensweise verbunden. Bienen sind lebende Wesen, deren Wohl und natürliche Lebensweise Schutz bedürfen. Es bestehen zahlreiche Alternativen zu Honig, wie Agavendicksaft, Apfel- oder Birnendicksaft, Ahorn-, Dattel-, Reis- oder Zuckerrübensirup. Diese Vielfalt erleichtert den Ersatz von Honig deutlich. 

    Profit verdrängt artgerechtes Bienenleben

    In einem Bienenstock leben Zehntausende Bienen. Jede Biene erfüllt eine bestimmte Aufgabe. Arbeiterbienen suchen beispielsweise Nahrung und fliegen Blüten an, um Pollen und Nektar aufzunehmen. Die Bienen entziehen dem Nektar das Wasser und fügen ihm körpereigene Enzyme hinzu, um Honig zu produzieren und zu verhindern, dass er schlecht wird.

    Bienen werden ausschließlich für die Honigproduktion als Nutztiere gehalten. Die Bienenhaltung ist für die Tiere mit viel Stress und der Beeinträchtigung ihres Wohls verbunden. Sie leben unter künstlichen Bedingungen und in Massenzucht, wie auch andere Nutztiere. Die manipulierte Lebensweise zeigt sich zum Beispiel durch das Stutzen der Flügel der Bienenkönigin, um Schwärme zu binden und die Bienen an einem bestimmten Ort zu halten. Imker entnehmen den Honig und somit den Wintervorrat der Bienen. Aufgrund der künstlichen Ersatznahrung wie Zucker, sind die Bienen anfälliger für Krankheiten und ihre Lebenszeit verkürzt sich. 

    Zur Entnahme des Honigs findet Rauch Verwendung. Dieser imitiert für die Bienen einen Waldbrand. Die Insekten verkriechen sich voller Panik und ihre Verteidigungsbereitschaft ist vorübergehend gesenkt. Zudem kommt es beim Entnehmen der Waben zu Verletzungen, Stress und vielen Toten.

    Honigproduktion belastet natürliche Kreisläufe

    In Deutschland wird im Schnitt pro Kopf ein Kilogramm Honig im Jahr konsumiert. Für diesen hohen Konsum müssen die gezüchteten Bienen einen unnatürlich großen Vorrat an Honig anlegen. Sie sammeln ein Vielfaches des Nektars ein, den sie normalerweise zum Überleben benötigen würden. Dadurch nehmen sie anderen bestäubenden Insekten, die eine wichtige Funktion für unser Ökosystem haben, die Nahrung weg. Die Honigindustrie verschärft somit das Insektensterben und den Schwund der Biodiversität somit drastisch.

    Durch die Haltung in der Honigindustrie sind die Bienen anfälliger für Krankheiten, da sie nicht ausschwärmen können. Ein Krankheitserreger ist die sogenannte Varroamilbe, die den Bienen schadet. Die Bekämpfung der Milbe bedeutet für die Bienen schlimme Auswirkungen. Männliche Bienen werden aus dem Stock geschnitten und getötet. Zudem verwenden die Imker hochkonzentrierte, ätzende organische Säuren als Dampf im Bienenstock. Viele Bienen reißen sich die Fühler vom Kopf, da sie die Dämpfe nicht ertragen. Ist die Konzentration wegen Wetterumschwung oder Temperaturwechsel mal zu hoch, so stirbt das ganze Volk.

    Pflanzliche Alternativen fördern bewussten Bienenschutz

    70 Prozent des hierzulande konsumierten Honigs kommt aus dem Ausland. Doch auch in Deutschland wird Imkerei betrieben, die großes Leid für die Bienen und unsere Umwelt bedeutet.

    In diesem Bereich der Tierhaltung gibt es entscheidende Unterschiede zwischen deutschem Honig und Honig aus dem Ausland, sowie zwischen konventionellem und ökologisch erzeugtem Honig. Es gibt auch Imker, die den Bienen nicht den ganzen Honig stehlen und versuchen, möglichst wenige Bienen zu töten.

    Trotz allem brauchen die Bienen ihren Honig für eine gesunde Lebensweise, Menschen benötigen ihn nicht. Honig ist in zahlreichen Lebensmitteln, von Müslis über Kekse hin zu Gebäck enthalten. Ein entscheidender Schritt ist es bereits, den reinen Honig, als Aufstrich oder Süßungsmittel, im Alltag zu ersetzen. Darüber hinaus lässt sich den Bienen aktiv etwas Gutes tun, indem der heimische Garten Möglichkeiten zum Überwintern bietet oder mit einer bunten Blumenwiese, die Bienen auf ihrer Nahrungssuche unterstützt. 

    Sollte nun Lust aufgekommen sein, selbst aktiv zu werden, so findet sich hier ein Rezept für ein Backblech veganen Lebkuchens:

    Zutaten:

    500 g Mehl

    1 Pck. Backpulver

    100 g Zucker

    125 g gemahlene Mandeln

    2 TL Zimt

    1 TL Ingwerpulver

    1 Prise Salz

    50 g Margarine

    70 g Apfelmus 

    350 ml Ahornsirup

    Zubereitung:

    1. Heize den Ofen auf 180 Grad Umluft vor.

    2. Verknete alle Zutaten mit der Hand in einer Backschüssel.

    3. Rolle den Teig circa sechs Millimeter dick auf einem mit Backpapier belegten Backblech aus.

    4. Backe den Lebkuchen als Ganzes. Er kann nach dem Backen in Stücke geschnitten werden. Alternativ lassen sich vor dem Backen, ähnlich wie beim Plätzchen backen, Motive ausstechen.  

    5. Backe die Lebkuchen im Backofen für 15 bis 20 Minuten.

    6. Lasse die Lebkuchen abkühlen.

    Vegane Lebkuchen
    Foto: Mia Lynn Boehme

    03.10.2025

    Autorin:
    Mia Lynn Boehme,
    Studentin der Uni Kassel, schreibt gerne Texte über die vegane Lebensweise, gesunde Ernährung und den Tier- sowie Umweltschutz.



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