
Grundsteinlegung für Schule und Begegnungsort zugleich
„Dieser Neubau ist eine Investition in die Zukunft und in die Kinder unserer Stadt“, betont Oberbürgermeister Sven Schoeller. „Wir schaffen hier eine besondere Schule, die nicht nur auf moderne Bildungsanforderungen ausgerichtet ist, sondern auch einen lebendigen Treffpunkt für die gesamte Nachbarschaft bildet. Die Offene Schule Waldau wird so über den Schulbetrieb hinaus ein kultureller und sozialer Bildungs-Ankerpunkt in Waldau.“
Schulleiter Pascal Berkenheger betont: „Was hier entsteht, ist die bauliche Umsetzung unserer Überzeugung: Beziehung geht vor Erziehung, und Erziehung vor Unterricht. Die offenen Lernlandschaften, das zentrale Atrium, die Dachterrassen – all das schafft Räume, in denen Kinder gemeinsam wachsen können und gleichzeitig ihren individuellen Weg finden.“
Ein innovativer Bildungsstandort
Die Offene Schule Waldau wird als sechszügige integrierte Gesamtschule mit einem modernen und zukunftsweisenden Bildungskonzept für bis zu 950 Schülerinnen und Schüler errichtet. Herzstück ist das zentrale Atrium mit Freitreppe, das als multifunktionaler Veranstaltungsraum dient. Das Gebäude bietet offene Lernlandschaften, praxisorientierte Fachräume sowie einen Makerspace, in dem Schülerinnen und Schüler experimentieren und kreativ arbeiten können.
„Flexible Lernräume, die sich den individuellen Bedürfnissen von Schülerinnen und Schülern und ihrer Lehrkräfte anpassen und je nach Themen und Unterrichtsfächern unterschiedlich genutzt werden können, bieten neue Zugänge zum Lernen“, sagt Bürgermeisterin Nicole Maisch. „Ein Bau, der Bildungschancen von Kindern, Jugendlichen und Familien positiv beeinflussen wird, weil er in seiner Art offen und transparent Menschen zum Lernen und zur Begegnung einlädt. Mit der neuen OSW bauen wir den Bildungsort der Zukunft in Kassel.“

Die Zeitkapsel für die Grundsteinlegung wird befüllt. Schülerinnen und Schüler der OSW sind beteilig, Foto: Foto: Alex Schmitt
Im Erdgeschoss sind alle öffentlichen und teilöffentlichen Nutzungen angeordnet: Neben Schul- und Stadtteilbibliothek sowie Jugendzentrum das Forum mit Mensa, der Musikbereich, die naturwissenschaftlichen und die künstlerisch‐handwerklichen Nutzungszonen. Die verschiedenen Unterrichtsräume für die Jahrgänge fünf bis acht im ersten Obergeschoss sind so organisiert und angeordnet, dass sich in alle Richtungen Ausblicke auf die Umgebung ergeben.
Nachhaltige Architektur für eine nachhaltige Zukunft
Die Stadt Kassel legte im Architekturwettbewerb einen deutlichen Schwerpunkt auf nachhaltiges und klimagerechtes Bauen. „Damit kommt die Stadt ihrer Verantwortung für die Zukunft junger Menschen im globalen Klimawandel nach“, so Oberbürgermeister Sven Schoeller. „Die neue Offene Schule Waldau soll nach einem anerkannten Zertifizierungssystem für nachhaltiges Bauen gemäß relevanten, projektspezifischen Kriterien zertifiziert werden, etwa Flexibilität, Raumklima, effizienter Betrieb, Langlebigkeit und Doppelfunktion. Durch die gesamten Baumaßnahmen – Gebäude und Freiflächen – wird sich ein deutlich günstigerer Fußabdruck gegenüber konventioneller Bauweise ergeben“, ergänzt Stadtbaurätin Simone Fedderke.
„Wenn wir den Raum als dritten Pädagogen ernst nehmen, ist jede Investition in durchdachte Schularchitektur eine Investition in gerechtere Bildungschancen und damit in die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen“, fügt Schulleiter Pascal Berkenheger hinzu.

Als Gastgeschenk ein Krümelmonster (im Bild von links): Oberbürgermeister Sven Schoeller, Stadtklimarätin Simone Fedderke, Uwe Gabriel (Geschäftsführer GWG Projekte), OSW Schulleiter Pascal Berkenheger und Bürgermeisterin Nicole Maisch, Foto: Alex Schmitt
Die Schule wird als Effizienzhaus 40 errichtet. „Dieser energetische Standard für Gebäude setzt sich aus zwei Kriterien zusammen: Wie hoch ist der Gesamtenergiebedarf des Bauwerkes? Und wie gut ist die Wärmedämmung?“, erläutert Stadtbaurätin Simone Fedderke. „Die Energiehausstufen gehen dabei von 40 bis 85. Es gilt: Je niedriger die Stufe, umso besser für die Umwelt. Für die OSW bedeutet die 40 also, dass sie nur 40 Prozent der Energie eines vergleichbaren Gebäudes, welches lediglich nach den gesetzlichen Anforderungen errichtet wird, benötigt.“
Zudem nutzt der zukünftige Schulbau energieeffiziente Gebäudetechnik wie Photovoltaik und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Das gesamte Gebäude wird in klimafreundlicher Holzbauweise errichtet. In dem verbauten Holz bleibt das, durch die Bäume der Atmosphäre entzogene, CO2 in Form von Kohlenstoff gebunden. So entsteht eine C02-Senke.
Finanzierung und Projektumsetzung
Die gesamten Investitionskosten werden sich nach derzeitigem Stand auf knapp 110 Millionen Euro belaufen.
Die Bauherrenvertretung und Projektsteuerung übernimmt die GWG Projektentwicklung GmbH (GWGProjekte), eine hundertprozentige Tochter der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel (GWGWohnen). Für die Stadt Kassel Immobilien GmbH & Co. KG (SKI) sorgt sie für die reibungslose Umsetzung dieses zentralen Projekts der Kasseler Schulbauoffensive. „Wir freuen uns, dieses ambitionierte Projekt für die Stadt Kassel zu realisieren und mit unserer Expertise dazu beizutragen, dass Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte hier beste Bedingungen für eine erfolgreiche Zukunft vorfinden,“ so Geschäftsführer Uwe Gabriel. Gabriel übergab zudem der Schule einen neuen Schüler: Ein ein Meter großes Krümelmonster.

Foto: Alex Schmitt
„Mit unserer Unternehmenstochter, der KVVneo, sorgen wir für die technische Ausstattung der Gebäude und schließen den Neubau perspektivisch an das Fernwärmenetz an“, teilt Carsten Harkner, Geschäftsführer der KVV-Unternehmensgruppe, mit. „Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit den Projektpartnern so eine moderne und energieeffiziente Umgebung für die OSW-Schülerinnen und Schüler schaffen können.“
Schulstart 2027
„Ich freue mich schon jetzt darauf, Sie alle 2027 zur Fertigstellung der Offenen Schule Waldau zu sehen. Dann werden wir gemeinsam diesen wunderbaren Bildungs- und Begegnungsort mit Leben füllen. Und sicherlich – auch beim Blick auf den neuen Straßennamen Sesamstraße, der auf Initiative der Schülerschaft gewählt wurde – jede Menge Spaß beim Lernen und Erkunden haben“, so Oberbürgermeister Sven Schoeller abschließend.
Die vorbereitenden Maßnahmen auf der Baustelle hatten bereits 2023 begonnen.
Im Festakt wurde der Grundstein mit Jahreszahl in eine Wand im zentralen Atrium eingebaut. Die Zeitkapsel enthält neben der aktuellen Ausgabe der Tageszeitung einen Brief der Schülervertretung und die Entwurfsidee der Architekten C.F. Møller Architects.
02.04.2025
Pressemeldung:
Stadt Kassel