Universität und cdw Stiftung verlängern Kooperationsvertrag

Die Universität Kassel und die cdw Stiftung arbeiten weiter für den Ausbau von Erneuerbarer Energie zusammen. Einen entsprechenden Kooperationsvertrag verlängerten die beiden Partner jetzt um fünf Jahre bis 2030. Er sieht eine Zuwendung der Stiftung über 500.000 Euro für den weiteren Ausbau von Photovoltaik (PV) auf den Dächern der Universität vor.

2017 hatten die Stiftung und die Hochschule eine Zusammenarbeit für ursprünglich zehn Jahre und eine Zuwendung von 1 Mio. Euro vereinbart, mit dem Ziel, ein Megawatt PV-Leistung zu installieren. Die Ausbau-Ziele hat die Universität jedoch bereits nach acht Jahren erreicht und 14 Anlagen mit einer Modulleistung von knapp 1 MWp installiert. Mit den bislang installierten PV-Anlagen erzeugt die Universität Kassel ca. 820.000 kWh Strom pro Jahr. Mit dieser Menge können etwa 230 Einfamilienhäuser ein Jahr mit Strom versorgt werden. Damit ist die Universität die Hochschule mit der höchsten Produktion von PV-Strom in Hessen.

Trotzdem ist das Potential für weitere Anlagen groß. Die Hochschule rechnet damit, die Modulleistung in etwa verdoppeln zu können, ohne überschüssigen Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen. Mit Stromspeicherung und Stromdurchleitung von Standort zu Standort könnte sich das Ausbaupotential weiter erhöhen. Als erstes Projekt im Rahmen des neuen Vertrages plant die Universität eine weitere Anlage auf dem Gebäude Ingenieurwissenschaften III.

„Nicht erst der Großangriff Russlands auf die Ukraine hat uns gezeigt, wie abhängig Deutschland von ausländischer Energie ist“, kommentierte der Kanzler der Universität Kassel, Dr. Oliver Fromm. „Gerade in diesen für die Universität finanziell sehr schwierigen Zeiten ist diese Unterstützung sehr wertvoll. Aus eigenen Mitteln wäre dies absehbar nicht leistbar. Das ist ein Beitrag zum Klimaschutz, aber auch zu unserer wirtschaftlichen Unabhängigkeit in der Energieversorgung. Die Universität Kassel zeigt, dass auch öffentliche Institutionen hier vorangehen können.“

Die mit Unterstützung der cdw Stiftung errichteten Anlagen erzeugen regenerativen Strom, der komplett in den Liegenschaften der Uni verbraucht wird. Die eingesparten Stromkosten investiert die Universität in weitere PV-Anlagen oder in Energieeffizienzprojekte (sogenanntes „Intracting“). Dadurch kann sie künftig jährlich etwa 160.000 Euro in weitere Maßnahmen investieren, um den Klimaschutz voranzutreiben und sich unabhängig von externen Energielieferungen zu machen.

„Intracting verbindet ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Nachhaltigkeit“, so Thomas Flügge, Geschäftsführer der cdw Stiftung. „Durch die Reinvestition der eingesparten Energiekosten in weitere PV-Anlagen und Energieeffizienzprojekte entsteht ein sich selbst verstärkender Kreislauf, der die Energie- und CO₂-Bilanz der Hochschule dauerhaft verbessert. Intracting kann zu einem Treiber der klimaneutralen Gebäudewirtschaft werden und bietet erhebliches Potenzial für Kommunen, öffentliche und private Akteure – ganz im Sinne einer echten Energiewende vor Ort.“

Ziel der cdw Stiftung ist es unter anderem, die Energiewende in Nordhessen voranzutreiben. Ins Leben gerufen wurde sie von Dr.-Ing. Günther Cramer, Peter Drews und Reiner Wettlaufer, den Gründern der SMA Solar Technology AG.

Auf dem Dach des Campus Center (v.l.n.r.): Kanzler Dr. Oliver Fromm, Jan Köster (Universität Kassel), Stifter Peter Drews, cdw-Geschäftsführer Thomas Flügge, Dirk Schnurr (Universität Kassel). Foto: Uni Kassel.


08.01.2026


Pressemeldung:
Universität Kassel

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