Arnold-Bode-Preis 2026 geht an Ibrahim Mahama

Der Arnold-Bode-Preis 2026 der Stadt Kassel geht an den ghanaischen Konzeptkünstler Ibrahim Mahama (*1987). Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird vom Magistrat als Vorstand der Arnold-Bode-Stiftung auf Empfehlung des Kuratoriums verliehen.

Dies teilte Oberbürgermeister Sven Schoeller jetzt mit und erläutert: „Ibrahim Mahama steht für eine Kunst, die berührt, herausfordert und im Gedächtnis bleibt – und die zugleich unsere Sicht auf historische, politische und ökonomische Zusammenhänge vertiefen oder verändern kann. So verbinden seine Arbeiten künstlerische Kraft mit gesellschaftlicher Verantwortung. Seine Werke hinterlassen Spuren – nicht zuletzt auch in unserer Stadt. Ich freue mich daher sehr, dass Ibrahim Mahama mit dem Arnold-Bode-Preis 2026 ausgezeichnet wird. Hierzu gratuliere ich im Namen des Magistrats der Stadt Kassel sehr herzlich.“

Warum bleibt Ibrahim Mahama in Kassel besonders in Erinnerung?

Mit seinem Beitrag zur documenta 14 „Check Point Sekondi Loco. 1901–2030“ ist Mahama in Kassel in Erinnerung geblieben: Er umhüllte die Torwache mit einem Flickenteppich aus Jutesäcken, in welchen Teile von Henschel-Loks eingearbeitet waren.

Seine Kunstwerke thematisieren Geschichten globaler Wirtschaftssysteme, des Kolonialhandels und von Migration. Das ambitionierte Ausmaß seiner Projekte erfordert eine gemeinschaftliche Zusammenarbeit; Hunderte folgen jeweils der Einladung des Künstlers, ihm bei der Fertigstellung eines Werkes zu helfen.

Mahamas ethisch fundiertes Interesse an Gemeinschaftsbildung richtet sich auch auf philanthropische Projekte. In seiner Heimatstadt Tamale gründete er das „Savannah Centre for Contemporary Art“. Auf vormals weiten, leeren Feldern entstand ein großes architektonisches Kunstwerk, das sowohl Künstlerinnen und Künstlern Atelierräume und Werkstätten als auch ein Bildungsprogramm für Jugendliche anbietet.

Wofür steht seine Kunst – und was würdigt die Jury?

Ibrahim Mahama hat den Begriff der Skulptur erweitert – weit über das Objekt im Raum hinaus hin zu einem Werk, das in Beziehung steht zu Zeit, Geschichte und menschlichen Gemeinschaften. Das Kuratorium der Arnold-Bode-Stiftung würdigt mit diesem Preis einen Künstler, der ambitioniert sowohl den kunsthistorischen Kanon als auch das Leben der Menschen prägen möchte.

Das Preisgeld wird – wie auch in den letzten Jahren – von der Kasseler Sparkasse und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen zu gleichen Teilen finanziert. Die Preisverleihung ist für den Herbst vorgesehen.

Was ist der Arnold-Bode-Preis?

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird für Leistungen im Bereich Kunst der Gegenwart vergeben. Benannt ist die Auszeichnung nach Arnold Bode, dem Gründer der Weltkunstausstellung documenta.

Eine Sammlung von Kunstwerken, die documenta-Künstler dem „Vater der documenta“ 1975 zum 75. Geburtstag schenkten, bildet das Grundkapital der Arnold-Bode-Stiftung. Sie wurde 1978, ein Jahr nach Bodes Tod, von der Stadt Kassel ins Leben gerufen. Der Zweck der Stiftung liegt in der Förderung von Kunst und Kultur, insbesondere durch Vergabe des Arnold-Bode-Preises.

Der Preis wird seit 1980, zunächst jährlich, nach 1987 alle zwei Jahre, aber obligatorisch in einem documenta-Jahr, an Künstlerinnen und Künstler in Anerkennung ihrer herausragenden Leistungen für die Kunst der Gegenwart verliehen. Eine documenta-Teilnahme ist nicht Voraussetzung, documenta-Niveau aber Maßstab der Entscheidung.

Dem Kuratorium gehören entsprechend der Stiftungsverfassung ein Mitglied der Familie Bode, ein Finanzsachverständiger sowie drei Kunstsachverständige an. Die Mitglieder sind jeweils für fünf Jahre im Amt. Es sind dies derzeit Ingo Buchholz, Prof. Heiner Georgsdorf (Vorsitzender), E.R. Nele, Prof. Dr. Julia Voss sowie die künstlerische Leitung der documenta 16, Naomi Beckwith. Das Kuratorium tagt gemeinsam mit Oberbürgermeister und Kulturdezernent Sven Schoeller, der den Stiftungsvorstand vertritt.

Mehr zum Arnold-Bode-Preis und den bisherigen Preisträgerinnen und -trägern auf www.kassel.de/arnold-bode-preis

Ibrahim Mahama. Copyright: Photo credits Peter Rosemann. Courtesy of the Artist APALAZZOGALLERY and White Cube

21.04.2026

Pressemeldung:
Stadt Kassel

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