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Iryna Sauerwald
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Iryna Sauerwald2026-07-10 08:48:522026-07-10 08:50:17Kulturpreis der Stadt Kassel 2026BEGEGNUNGEN 2026
14. bis 16. August & 21. bis 23. August 2026
Das Kasseler Kammermusikfestival vereint im August 2026 internationale Spitzenmusiker:innen zu sechs Konzerten zwischen Erinnerung, Aufbruch und musikalischer Begegnung.
Vom 14. bis 16. sowie vom 21. bis 23. August 2026 lädt das Kammermusikfestival BEGEGNUNGEN erneut zu sechs Konzerten ins Hallenbad Ost und in die Friedenskirche Kassel ein. Unter der künstlerischen Leitung der Geigerin Tianwa Yang wird die documenta-Stadt einmal mehr zum Ort intensiven musikalischen Austauschs. Internationale Spitzenmusiker:innen begegnen sich in wechselnden Besetzungen und gestalten Programme, die Brücken zwischen Epochen, Klangsprachen und künstlerischen Perspektiven schlagen. Neben Tianwa Yang sind in diesem Jahr die Geigerin Nurit Stark, die Bratschist:innen Liisa Randalu, Emma Wernig und Wen Xiao Zheng, die Cellisten Lionel Martin und Valentino Worlitzsch sowie die Pianisten Martin Klett und Nicholas Rimmer zu erleben.
Den Auftakt im Hallenbad Ost bildet das Konzert Aus den Fugen geraten, das sich einer der faszinierendsten musikalischen Formen widmet: der Fuge. Ausgehend von Wolfgang Amadeus Mozarts Präludium und Fuge g-Moll KV 404a für Streichtrio entfaltet sich ein Programm, das die Spannung zwischen Ordnung und Freiheit auslotet. George Enescus Aubade und Zoltán Kodálys Intermezzo erweitern die traditionellen Grenzen des Streichtrios, bevor Ludwig van Beethovens monumentale Große Fuge für Streichquartett jede formale Gewissheit erschüttert. Auch Hans Krásas Streichtrio Passacaglia und Fuge und Jörg Widmanns Streichsextett 180 beats per minute greifen historische Modelle auf und überführen sie in eine moderne, von Brüchen und Bewegung geprägte Klangsprache. So wird die Fuge nicht nur als musikalische Form erfahrbar, sondern auch als Sinnbild einer Gegenwart, in der feste Ordnungen immer wieder hinterfragt werden.
Das erste Dunkelkonzert Andenken steht ganz im Zeichen der Erinnerung. In der besonderen Atmosphäre der Friedenskirche entfalten Maurice Ravels Duo-Sonate „À la mémoire de Claude Debussy“, Ernst Kreneks Streichtrio Parvula Corona Musicalis ad honorem J. S. Bach und Anton Arenskys Streichquartett „À la mémoire de P. Tschaikowsky“ ihre nach innen gerichtete Kraft. Alle drei Kompositionen beziehen sich auf bedeutende Vorbilder und Weggefährten und machen hörbar, wie Musik Vergangenes bewahren und zugleich neu beleben kann. Im Dunkel des Kirchenraums entsteht ein konzentrierter Ort des Zuhörens, an dem Erinnerung nicht nostalgisch wirkt, sondern als lebendige Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart erfahrbar wird.
Mit Souvenir de Florence führt das dritte Konzert im Hallenbad Ost in südliche Klanglandschaften. Igor Strawinskys Suite italienne für Violine und Klavier verbindet barocke Vorbilder mit neoklassizistischer Eleganz. Claude Debussys frühes, in der Florenz-Region entstandenes Klaviertrio lässt bereits die charakteristische Farbigkeit seines späteren Schaffens erkennen. Pjotr I. Tschaikowskys berühmtes Streichsextett Souvenir de Florence beschwört Italien als Ort der Sehnsucht, der Leidenschaft und der Erinnerung. Das Programm zeichnet ein vielschichtiges musikalisches Bild des Südens – voller Leichtigkeit, Wärme und klanglicher Leuchtkraft.
Das zweite Festivalwochenende beginnt mit dem Konzert Lebensstürme, ebenfalls im Hallenbad Ost. Im Mittelpunkt stehen Werke, die von Freundschaften, künstlerischen Verbindungen und biographischen Umbrüchen erzählen. Johannes Brahms tritt mit seinen Schumann-Variationen für Klavier zu vier Händen in einen musikalischen Dialog mit seinem verehrten Mentor Robert Schumann, von dem sowohl das Klavier-Solostück Ende vom Lied aus seinen Fantasiestücken als auch das Streichquartett Es-Dur op. 47 erklingt. Franz Schuberts Allegro Lebensstürme für vierhändiges Klavier entfaltet dramatische Energie und innere Unruhe, während Heinz Holliger mit seinen Lebenslinien für Klavier solo eine fein differenzierte zeitgenössische Perspektive eröffnet. Ergänzt durch ein Prélude aus den Pièces de clavecin von Jean-Henri d’Anglebert entsteht ein Programm, das persönliche Erfahrungen und künstlerische Ausdruckskraft miteinander verknüpft.
Im zweiten Dunkelkonzert Träume rücken innere Bilder, nächtliche Stimmungen und imaginäre Klangwelten in den Mittelpunkt. Eugène Ysaÿes Poème élégiaque für Violine und Klavier eröffnet einen Raum voller Melancholie und Ausdruckstiefe. Maurice Ravels Rapsodie espagnole für vierhändiges Klavier entfaltet schillernde Farben und rhythmische Raffinesse, bevor Antonín Dvořáks Klavierquartett Es-Dur lyrische Wärme und tänzerische Leichtigkeit miteinander verbindet. Im Dunkel der Friedenskirche wird die Musik zum Ausgangspunkt einer Reise zwischen Traum und Wirklichkeit.
Den Abschluss der BEGEGNUNGEN 2026 bildet das Konzert Geniestreich. Mit den Klavierquartetten von Richard Strauss und Johannes Brahms stehen zwei Werke auf dem Programm, die bereits früh im Schaffen ihrer Komponisten außergewöhnliche Meisterschaft erkennen lassen. Strauss’ jugendliches Quartett c-Moll op. 13 beeindruckt durch Virtuosität und spätromantische Klangfülle, während Brahms’ erstes Klavierquartett g-Moll op. 25 mit formaler Geschlossenheit, emotionaler Tiefe und seinem mitreißenden Finalsatz bis heute zu den Höhepunkten der Kammermusikliteratur zählt. Gemeinsam bilden sie ein kraftvolles Finale, das die Vielfalt und Ausdrucksstärke der Kammermusik noch einmal eindrucksvoll aufscheinen lässt. So entstehen auch 2026 Räume des Hörens und der Begegnung – Momente, in denen Musik Erinnerungen weckt, Fragen stellt, Träume entfaltet und Menschen miteinander verbindet.
Die Konzerte im Hallenbad Ost werden jeweils eine Stunde vor Beginn durch Einführungsgespräche mit dem Musikwissenschaftler, Dramaturg und Tanzdirektor Dr. Thorsten Teubl und Mitwirkenden des Festivals ergänzt. Sie eröffnen zusätzliche Perspektiven auf die Werke und ihre Hintergründe und laden dazu ein, die Programme bereits vor Konzertbeginn näher kennenzulernen.

Wenn im August 2026 international renommierte Musiker:innen in Kassel zusammen kommen, heißt es wieder: BEGEGNUNGEN. Unter der künstlerischen Leitung der Geigerin Tianwa Yang wird die documenta-Stadt erneut zum Ort intensiven musikalischen Austauschs – zwischen Epochen, Klangsprachen und Persönlichkeiten. Foto: Simon Hoefele / Mozartfest Würzburg
Künstlerische Leitung
Prof. Tianwa Yang
Das vollständige Programm ist ab sofort auf der Homepage des Festivals www.festival-begegnungen.de abrufbar.
Eintrittskarten für die Konzerte sind über den Onlineshop, unsere Tickethotline 0561 316 450 0 sowie sämtliche Reservix-Vorverkaufsstellen erhältlich.













