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    Direkter Kontakt:

    Klaus Schaake
    Tel. 0561 – 475 10 11
    post@mittendrin-kassel.de

     

    Gefördert bis Ende 2019 durch:

    Der Brüder-Grimm-Platz – Bestand, Wettbewerb, Planung

    Zur Diskussion über die geplante Neugestaltung.

    Was macht gute Planung aus? Funktions­gerechtigkeit, Wirtschaftlichkeit, Qualität, gute Gestaltung, Nachhaltigkeit, Denkmalschutz und städtebauliche Einfügung zählen heute (neben weiteren Aspekten) zu den baukulturellen Zielen der öffentlichen Hand (1). Hinzu kommt auch die Beteiligung der Öffentlichkeit. – Wie weit finden wir diese Ziele bei der aktuellen Planung umgesetzt? Leistet sie etwas, was der Bestand nicht vermag? Wahrt sie den Denkmalschutz und die besondere städtebauliche Situation? Wie weit wurde eine breite Öffentlichkeit in den Prozess einbezogen?

    Wer den Brüder-Grimm-Platz heute eilig überquert, mag zuerst große Verkehrsflächen wahrnehmen. – Doch lenkt dies allzu leicht von den Potenzialen des denkmalgeschützten Bestands ab.

    Aufenthaltsqualität des denkmalgeschützten Bestands von 1964/65. Erst die Terrassierung ermöglicht eine Nutzung des Platzes. Die Tradition der Blumenrabatten wurde im Wettbewerbsjahr 2020 beendet; den Wettbewerbsteilnehmern und Preisrichtern präsentierte sich die Anlage im kahlen und ungepflegten Zustand. Bild: Christian Presche.

    Stellen wir es uns einmal vor: Verengte Straße, vergrößerte Grünflächen mit Aufenthaltsqualität, autofreie Vorzonen der seitlichen Randbebauung, Bepflanzungskonzepte, die den Platz wieder als Einheit wahrnehmbar machen, und am höchsten Punkt wie eine Aussichtsterrasse der historische Vorplatz des Landesmuseums. Die Torgebäude bilden den wirkungsvollen Auftakt zur Wilhelmshöher Allee, der Baumbestand des Platzes geht in den Fürstengarten über. Überhaupt sind alle funktionalen Anforderungen des Wettbewerbs im denkmalgeschützten Bestand entweder bereits vorhanden oder leicht umzusetzen.

    Städtebauliche Qualität von 1910–13. Das Landesmuseum bildet mit seiner Umgebung ein denkmalgeschütztes Gesamtkunstwerk des bedeutenden Architekten und Städtebauers Theodor Fischer. Bild: https://orka.bibliothek.uni-kassel.de/viewer/image/1442907093041/1/

    Doch waren alle Weichen durch das Baudezernat längst gestellt: Eine Weiterentwicklung des Bestands hatte man dort schon lange vor dem Wettbewerb verworfen. Eine breite Öffentlichkeits­beteiligung hatte man den Geldgebern des BMI detailliert angekündigt – und es dann damit bewenden lassen (bereits vor der Pandemie). Der Wille zur völligen Neugestaltung wurde den teilnehmenden Büros von Anfang an vermittelt, der Denkmalschutz blieb unzureichend dargestellt, und zentrale Anregungen eines eingerichteten Wettbewerbsbeirats blieben wirkungslos.

    Oben: die künftige Aufenthaltsqualität – in der Mitte ein nicht zu betretender „Wald“ beiderseits der verengten Straße, ringsum ausgedehnte Pflasterflächen. Unten: das starke Gefälle (7%) vor den beiden Längsseiten; dieser Anstieg der künftigen großen Pflasterflächen wird das Bild dominieren (in der oberen Graphik viel zu gering dargestellt) und eine Nutzung erschweren. Bild oben: https://wb-brueder-grimm-platz.de/pages/teilnehmer-2.-phase/1preis.php; Bild unten: Christian Presche.

    In einem internen Verfahren wählte das Dezernat unter drei Preisträgern den besonders spektakulären „Märchenwald“ aus: einen Entwurf, den das Preisgericht in entscheidenden Punkten kritisiert hatte (von der Vegetation bis hin zur Aufenthaltsqualität) – wäh­­rend es am anderen 1. Preis allein die „Prägnanz und Strahlkraft einer starken Geste“ vermisste …

    Überlagerung von Bestand und Planung. Die Grünflächen bleiben gleich groß. Der gesamte denkmalgeschützte Bestand wird zerstört, und ein Parkplatz schottet die Bibliothek vom Platz ab. Im Gegensatz zum Bestand lassen Kreis und Rechtecke mit ihrer klaren Geometrie die bewegte Geländetopographie unberücksichtigt. Bildmontage, Christian Presche, auf der Grundlage von: Thomas Wiegand: Kulturdenkmäler in Hessen, Stadt Kassel II (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland), hg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden 2005, S. 389; und https://www.kassel.de/buerger/kunst_und_kultur/sehenswertes/strassen-und-plaetze/brueder-grimm-platz.php

    Welche Informationen über den Platz waren für das Bundesförderprogramm vermittelt worden? Welche Anforderungen stellt das Förderprogramm an die Projekte? Welche Rolle spielten am Ende noch die Zielsetzungen, mit denen man sich um die Förderung beworben hatte? Und kann sich die Durchsetzung des fast unveränderten Entwurfs auf das „hochkarätig besetzte Preisgericht“ berufen? Wie stichhaltig ist das Entwurfskonzept? Die Dokumentation stellt nicht nur Bestand und Entwurf vor, sondern bietet auch spannende und verstörende Einblicke in das Verfahren >> hier lesen: Brüder-Grimm-Platz-Rundgang

    Luftbild 1937/38. Laubbäume verklammern die Platzsegmente und lassen zugleich den Blick auf die seitliche Randbebauung frei. Das Landesmuseum ist zugleich Scharnier zur Wilhelmshöher Allee sowie zum Fürstengarten und Weinberg; scheinbar steht es im Park – auch diese Anlagen stehen unter Denkmalschutz. Links unten die Murhardsche Bibliothek. Bild: Helmut Brier / Werner Dettmar: Kassel. Veränderungen einer Stadt, Fuldabrück 1986, S. 198.


    (1) Baupolitische Ziele des Bundes: https://www.bmi.bund.de/DE/themen/bauen-wohnen/bauen/bundesbauten/bauherr-bund/bauherr-bund-node.html.

    Weitere Beiträge zum Thema:

    Ein neues, poetisches Bild
    >>hier lesen

    SprechZeit: Frank Flor (club L 94 Landschaftsarchitekten) und Christof Nolda (Stadtbaurat) zum Brüder-Grimm-Platz
    >>hier hören

    Märchenhafte Platzgestaltung
    >>hier lesen

    Wettbewerbsergebnis Brüder-Grimm-Platz
    >>hier lesen

    Neues grünes Rondell für den Brüder-Grimm-Platz
    >>hier lesen

    Autor:
    Dr. Christian Presche, Architekturhistoriker und Historiker, Sprecher des Arbeitskreises für Denkmalschutz und Stadtgestalt Kassel, 2. Vorsitzender des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde (Zweigverein Kassel), Mitglied der Historischen Kommission für Hessen.


    Mitwirkung:
    Dipl.-Ing. Maren Brechmacher-Ihnen, Landschaftsarchitektin mit Arbeitsschwerpunkten Gartenarchitektur und Gartendenkmalpflege, Regionalbeauftragte der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur.


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