Ein Stolperstein für Hilde Brumof

Samstag, 8. November, 13 bis ca. 14.30 Uhr, Vorplatz Opernhaus

Der Verein Stolpersteine e.V. und TANZ_KASSEL verlegen am Samstag, 8. November, im Beisein von Oberbürgermeister Dr. Sven Schoeller und Vertreter:innen der Jüdischen Gemeinde Kassel zur Erinnerung an die ehemalige Ballettmeisterin Hilde Brumof einen Stolperstein vor dem Opernhaus am Friedrichsplatz.

Hilde Brumof auf dem Dach des Preußischen Staatstheaters (c) o.a. – Deutsches Tanzarchiv Köln.

Hilde Brumof, 1902 in München geboren, war von 1929 bis 1932 Ballettmeisterin am Preußischen Staatstheater Kassel. Mit ihrem künstlerischen Wirken brachte sie frische Impulse und wurde von der Presse als Hoffnungsträgerin gefeiert. Doch 1933 entzog ihr das NS-Regime aufgrund ihrer jüdischen Herkunft die Lebensgrundlage: Berufsverbot, Ausschluss aus der Reichstheaterkammer, schließlich Emigration nach England. Dort fand sie Zuflucht, erhielt 1947 die britische Staatsbürgerschaft, kehrte in den 1960er Jahren nach Deutschland zurück und starb 1969 in Berlin – nahezu vergessen.

Die Verlegung des Stolpersteins auf Initiative von TANZ_KASSEL macht ihr Schicksal sichtbar, würdigt ihr Wirken als bedeutende Künstlerin und verankert sie in der Erinnerung – als Teil einer Geschichte, die nicht ausgelöscht werden darf. Der Stolperstein für Hilde Brumof wird neben den Erinnerungssteinen von Dr. Franz Mirauer, Santo Nusyn Hornblass, Werner Seelig-Bass und Ljuba Senderowna liegen.

Mit dem 8. November haben TANZ_KASSEL und der Verein Stolpersteine e.V. einen Tag gewählt, der daran erinnert, dass in Kassel schon in der Nacht vom 7. auf den 8. November 1938 – zwei Tage vor der sogenannten „Reichspogromnacht“ – mit der Verwüstung der Synagoge die Pogrome gegen jüdische Familien, Geschäfte und Einrichtungen begannen.

Künstler:innen aller Sparten des Staatstheaters Kassel sowie weitere Künstler:innen und Persönlichkeiten gestalten das Rahmenprogramm. Zum Gedenken an die ehemalige Ballettmeisterin Hilde Brumof tanzt Klil Ela Rotshtain ein Solo zu Musik von Emil Bohnke aus dessen Sonate für Soloviola op. 13, gespielt von Jacqueline Kopacinski. Zum weiteren Programm gehören u.a. musikalische Darbietungen von Mitgliedern des Staatsorchesters, des Musiktheaters und des Opernchors und Lesungen des Schauspielers Daniel Friedl.

Der Tanzhistoriker Ralf Stabel hat anlässlich der Stolperstein-Verlegung in Kooperation mit dem deutschen Tanzarchiv Köln eine Publikation über Hilde Brumof verfasst, die ab dem 3. November auf der Website des Staatstheaters einsehbar und am 8. November für Interessierte erhältlich ist.

Hilde Brumof (c) Genja Jonas – Deutsches Tanzarchiv Köln.

6.11.2025

Pressemeldung:
STAATSTHEATER KASSEL

Ein Stolperstein für Hilde Brumof
Samstag, 8. November, 13 bis ca. 14.30 Uhr, Vorplatz Opernhaus

Konzeption: Thorsten Teubl

Begrüßung: Thorsten Teubl (Tanzdirektor), Prof. Dr. Ralf Stabel (Theaterwissenschaftler und Tanzhistoriker)

Grußworte: Dr. Sven Schoeller (Oberbürgermeister Stadt Kassel), Norbert Sprafke (Vorsitzender Verein Stolpersteine e.V.)

Mit Beiträgen von Sabine Roppel (Gesang), Christoph Baader (Posaune), Detlev Landeck (Posaune, Akkordeon), Rolf Dressler (Piano), Jacqueline Kopacinski (Viola, Violine), Klil Ela Rotshtain (Tanz), Lars Rühl (Gesang), Annabell Kern (Sopran), Katja Geismann (Violine), Nico Treutler (Cello), Tobias Geismann (Klavier), Lorenzo Di Stefano (Klavier), Daniel Friedl (Schauspiel), Jochen Boczkowski (Lesung)

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