Mittendrin in Kassel
  • Aktuelles
  • Termine
  • Podcast SprechZeit
  • Podcast StadtteilZeit
  • Architektur und Stadt
  • Gesund Leben
  • Essen und Genießen
  • Wohnen und Leben
  • Kunst und Kultur
  • Kinder und Jugend
  • Kirche und Soziales
  • Handel und Gewerbe
  • Energie + Umwelt
  • Stadt(teil)politik und Gesellschaft
  • Stadt(teil)geschichte
  • Kolumnen
  • Video-Kanal
  • Lieblingsläden
  • Menü Menü
    Search Search

    Direkter Kontakt:

    Klaus Schaake
    Tel. 0561 – 475 10 11
    post@mittendrin-kassel.de

     

    Gefördert bis Ende 2019 durch:

    „Einmal bis zur Endstation, bitte!“

    Tagtäglich fahren viele Menschen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B. Mit Bus und Bahn lassen sich Stadt und Region auf neuen Wegen erkunden. Ein Mikro-Reisebericht.

    Von Kassel aus, wo ich aufgewachsen bin und an der Uni studiert habe, bin ich nach dem Ende meines Studiums umgezogen – nach Frankfurt in die fünftgrößte Stadt Deutschlands. Ich kenne mich hier noch nicht gut aus, bin zwar viel im eigenen Kiez unterwegs und fahre regelmäßig zum Museumsufer, um dort die örtlichen Kunst- und Kulturangebote wahrzunehmen nutze dafür immer die U-Bahn, da die meine Direktverbindung ins Zentrum der Stadt ist. Und in der Untergrundbahn sieht man eben viel Untergrund und wenig Stadt. Um das zu ändern, bin ich nach einem Zahnarzttermin sehr spontan in den nächsten Bus gestiegen, um mit meinem Deutschlandticket durch die Gegend zu fahren und Frankfurt zu sehen. Die Buslinie M72 hat mich vom Stadtteil Heddernheim bis nach Rödelheim gefahren und weil mir die Fahrt bis da zu kurz war, bin ich da dann noch in die M55 gestiegen und bis zur Endstation „Friedhof Sindlingen“ sitzen geblieben. Mit guter Musik und einem Fensterplatz bin ich so knapp 90 Minuten zu den äußersten Frankfurter Stadtteilen gefahren, meinen Gedanken nachgegangen und habe die verschiedenen Fahrgäste und Straßenzüge beobachtet.

    Ein sich wandelndes Straßenbild

    Die öffentlichen Verkehrsmittel befördern nach Angaben des statistischen Bundesamts jährlich um die 6,7 bis 9,5 Milliarden Menschen. Vergangenes Jahr sind es ca. 8,2 Milliarden gewesen. So viele Menschen haben verschiedene Reiseziele und Routen, die die Öffis abdecken müssen. Entsprechend steuert der Personennahverkehr auch alle möglichen Stationen an: große Bahnhöfe und kleinere Knotenpunkte an denen anderen Linien abfahren, Krankenhäuser und Schulen, Einkaufszentren und Innenstädte, Parks und Friedhöfe, Veranstaltungsorte und Kirchen. Daran anknüpfend wandelt sich das Straßenbild auf einer Busfahrt mehrmals – von Wohnvierteln mit schicken Villen geht’s weiter über die Plattenbausiedlungen durch die Grünzüge der Stadt, die öffentlichen Parks oder Kleingärten hin zu den kleineren Industriearealen bei denen Berufstätige ein- und austeigen. Auf meiner Busfahrt genieße ich die Abwechslung der Häuserfassaden, freue mich über schicke Vorgärten der Einfamilienhaussiedlung und frage mich im Industriegelände, warum Fabriken immer mit den typischen Dächern gebaut werden. Angeschrägte Dachkanten, die sich wie auf die Seite gekippte Zacken einer Krone abwechseln sind scheinbar besonders praktische Fabrikdächer. Die Suchmaschine verrät mir, dass es sich um Sheddächer, auch Sägezahndächer genannt, handelt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts in England erfunden, ermöglichen sie einen natürlichen und schattenfreien Lichteinfall und minimieren die Hitze im Gebäude. Wieder was dazu gelernt! Durch meine Reise bekomme ich ein Gefühl für die Stadt und für den Verkehr. Besonders klasse finde ich die vielen Wendeschleifen, die der Bus auf seinem Weg nimmt, um die Menschen in den Wohnblöcken einzusammeln und seine Route auf den Hauptstraßen weiterzufahren.

    Die freundlichen Mitreisenden

    Während der Bus in Rödelheim proppenvoll ist und mit jeder Menge Menschen startet, ist er auf dem Weg zur letzten Station, dem Sindlinger Friedhof, fast komplett leer. An einigen Stationen steigen besonders viele Menschen ein und aus; an anderen nur wenige. Das Buspublikum ist sehr durchmischt. Grundschulkinder treten gemeinsam den Heimweg an, Mutter und Sohn unterhalten sich über ihren Tag, Freundesgruppen pendeln zum nächst gelegenen Park und alte Damen transportieren ihre Einkäufe zwei bis drei Stationen weit, bevor sie dann wieder aussteigen. Was mir dabei besonders auffällt ist die Kommunikation zwischen den einzelnen Fahrgästen. Mobil eingeschränkte Menschen bekommen einen Sitzplatz angeboten und erhalten Hilfe, wenn sie aus dem Bus aussteigen. Bekannte treffen sich unverhofft und halten ein Schwätzchen in Busfahrtlänge. Wenn es eng wird, lächeln sich die Menschen in den Vierersitzen an und rücken ihre Taschen näher an den Körper, um den anderen genügend Platz zu lassen. Sehr angenehm. Durch die Fahrt bekomme ich ein Gefühl für die vielen Menschen in Frankfurt. Es ist wunderbar, dass alle zehn Minuten ein Bus fährt und alle drei bis fünf Minuten eine U-Bahn, denn es gibt viel Bedarf. Die Busfahrer grüßen sich auf ihren Strecken, juxen die kurzen Augenblicke mit guten Kollegen herum und schlängeln sich mit großer Präzision an Baustellen und Lieferautos vorbei. Hut ab für alle Busfahrenden, dass sie uns so zielsicher durch den Großstadtdschungel navigieren!

    Auf dem Weg zu letzten Station ist der Bus fast komplett leer.
    Foto: Paula Behrendts

    „Ich möchte einfach nur hier sitzen“

    Die Busfahrt ist daher sehr angenehm und ruhig. Keiner muss hupen oder bremsen. Die alten Leute finden sicher ihren Platz und werden nicht durchgeschüttelt. Die Sonne scheint ins Fenster und wärmt mich durch die Ärmel meiner Strickjacke. Zwischendurch schaue ich auf die Uhr im Display des Busses, das auch die Stationen anzeigt und frage mich, ob ich wohl besser aussteigen soll, um nicht zu lange unterwegs zu sein. Aber ich möchte nicht aufstehen, sondern einfach nur hier sitzen. Wie auch im Zeichentrick-Sketch „Feierabend“ von Loriot sitze ich „einfach nur da“, mache nichts und habe auch nicht die Intention etwas zu machen. Stattdessen möchte ich viel lieber der angenehmen Trägheit nachgehen, die durch das Schaukeln des Busses entsteht. Einfach mal den Bus nehmen, weil ich es kann – nicht, weil ich von A nach B will. Das ist ein sehr entspannender Gedanke und auch eine schöne Aktivität. Ich kann mich aus dem Alltagstrubel rausnehmen und andere Mitreisende auf ihren Wegen ein Stück begleiten. Mal den Beobachter oder die Beobachterin zu spielen, Raum für die eigenen Gedanken zu haben und an alles und nichts zu denken, ist eine gute Möglichkeit, um den Kopf frei zu bekommen. An der Endstation steige ich aus, drehe eine Runde über den Friedhof über freue mich über das Vogelgezwitscher. Die Busse fahren auch hier alle zehn Minuten, sodass ich gut wieder nach Hause komme. Den Heimweg trete ich mit vielen Ideen und Gedanken an, die sich auf der Fahrt in meinen Kopf geschlichen haben und sich um ganz andere Dinge drehen, als die typischen Themen aus Studium, Arbeit und Freundeskreis. Einfach mal zur Endstation fahren und nur so da sein, kann ich sehr empfehlen!

    Die Endstation am äußersten westlichen Stadtrand ist gut angebunden. Die Buslinien kommen hier alle zehn Minuten.
    Foto: Paula Behrendts

    Paula Behrendts
    hat ihrem Master in Soziologie an der Universität Kassel gemacht
    und befindet sich beruflich im Anflug auf die Frankfurt Museumslandschaft.

    >> Paula bei LinkedIn

    Titelbild des Beitrags:
    Paula Behrendts mit der KI Leonardo

    Ähnliche Themen

    BOCKWURSCHTBUDE + LOST LYRICS in Goldgrube Kassel

    Januar 22, 2026
    Unser Veranstaltungstipp am 07. Februar, 20 Uhr: Punkkonzert in der Goldgrube Kassel, Eisenschmiede 85, 34125 Kassel. Wir verlosen 1 x 2 Tickets.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/01/bockwurst.jpeg 1158 1448 Iryna Sauerwald https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Iryna Sauerwald2026-01-22 16:23:172026-01-23 07:41:07BOCKWURSCHTBUDE + LOST LYRICS in Goldgrube Kassel

    Auf der Suche nach neuen Räumen

    Januar 22, 2026
    Seit mehr als zwei Jahren finden in Kassel regelmäßig Veranstaltung des Kassler Labels „Call & Response“ statt. Dort stehen Musik und Zusammensein im Vordergrund.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-der-suche-nach-neuen-Raeumen.png 560 840 Lisa Marie Fink https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Lisa Marie Fink2026-01-22 15:50:482026-01-22 15:50:48Auf der Suche nach neuen Räumen

    Blick nach drüben

    Januar 22, 2026
    Zum Deutsch-Französischen Tag am 22. Januar richtet sich der Blick nach drüben: auf Mulhouse, Kassels französische Partnerstadt, und den Zustand der deutsch-französischen Beziehung im Kleinen wie im Großen.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/01/2121q.jpeg 895 853 Lisa Marie Fink https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Lisa Marie Fink2026-01-22 15:39:302026-01-22 15:41:38Blick nach drüben

    The China Moment

    Januar 22, 2026
    24. Januar—22. März 2026: Eine Forschungsausstellung vom documenta Institut im Kasseler Kunstverein, Friedrichsplatz 18, 34117 Kassel.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2025/12/the-china-moment_vertikal-1024x.webp 1449 1024 Ekachai Eksaroj https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Ekachai Eksaroj2026-01-22 12:25:332026-01-22 15:51:42The China Moment

    Lust zu spielen!

    Januar 21, 2026
    15.02.2026: Ein Nachmittag voller Spiel, Spaß und Austausch mit Kassel spielt e. V. in Kooperation mit dem Stadtmuseum Kassel.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/01/Spieleauswahl-2025-Hochformat-scaled.jpg 2132 2560 Iryna Sauerwald https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Iryna Sauerwald2026-01-21 14:25:042026-01-21 14:26:42Lust zu spielen!

    Vom Jurastudium zur Kunstwissenschaft

    Januar 20, 2026
    Seit 2022 studiert Pejman Ayoubzadeh Kunstwissenschaft in Kassel. Sein Weg zur Kunsthochschule Kassel ist außergewöhnlich.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/01/Pejman-Ayoubzadeh_Credits_oezdemir.jpg 1600 1200 Çiğdem Özdemir https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Çiğdem Özdemir2026-01-20 17:38:372026-01-21 08:17:05Vom Jurastudium zur Kunstwissenschaft

    EinWurf

    Januar 16, 2026
     „Why bad“: Harald Kimpels StadtZeit-Kolumne zum Marmorbad an der Orangerie Kassel – jetzt auch online zu lesen.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/01/kimpel-marmorbad-scaled.jpeg 2560 1920 Lisa Marie Fink https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Lisa Marie Fink2026-01-16 11:10:482026-01-03 21:34:57EinWurf

    Besichtigungtouren durch das ehemalige Polizeipräsidium Königstor

    Januar 16, 2026
    Initiative Gedenkort Polizeipräsidium Königstor e.V. lädt zur einer neuen Runde der Besichtigungstouren durch das Gebäude des ehemaligen Polizeipräsidiums am Königstor Kassel ein.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2024/01/Ehm_Polizeipräsidium_Königstor_2023_09_13_Foto_Nicolas_Wefers_008-Kopie.jpeg 667 1000 Iryna Sauerwald https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Iryna Sauerwald2026-01-16 07:54:182026-01-16 07:54:18Besichtigungtouren durch das ehemalige Polizeipräsidium Königstor

    Längst kein Geheimtipp mehr

    Januar 15, 2026
    Im HÖR.SPIEL Museum im Palais Bellevue können Kinder und Erwachsene spielerisch und kreativ in die Welt der Hörspiele eintauchen.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/01/hoerspielmuseum-kassel.jpg 1280 1920 Iryna Sauerwald https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Iryna Sauerwald2026-01-15 09:58:392026-01-15 09:58:39Längst kein Geheimtipp mehr
    Zurück Zurück Zurück Weiter Weiter Weiter

    Aktuelles

    Januar 21, 2026

    Protest gegen Gewalt und Repression in Syrien und Iran

    Januar 21, 2026

    Vom Supermarkt zum sozialen Zentrum

    Januar 16, 2026

    Book Ban in den USA und die Gefahr dahinter

    Podcast StadtteilZeit

    November 10, 2020

    StadtteilZeit: Elisabeth König, Ortsvorsteherin Kirchditmold

    Oktober 16, 2020

    StadtteilZeit: Helmut Alex, Ortsvorsteher Süsterfeld-Helleböhn

    Oktober 9, 2020

    StadtteilZeit: Vera Wilmes, Ortsvorsteherin Brasselsberg

    Kontakt

    Klaus Schaake
    c/o Bürogemeinschaft 48zwei
    Friedrich-Ebert-Straße 48
    34117 Kassel
    Tel. 0561 – 475 10 11
    post@mittendrin-kassel.de

    Kommerzielle Nutzungen

    Die Verwertung von Texten und Bildern in anderen Publikationen oder Internet-Auftritten darf nur nach schriftlicher Zustimmung durch das Redaktionsteam erfolgen. Kommerzielle Nutzungen von Text- und Bildmaterial sind schriftlich mit dem presserechtlich Verantwortlichen abzustimmen und angemessen zu vergüten.

    Urheberrecht

    Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht zwingend die Meinung des presserechtlich Verantwortlichen wieder. Alle Autor/innen zeichnen für ihre Beiträge selbst verantwortlich. Alle nicht näher bezeichneten Fotos oder Grafiken wurden der Redaktion von Akteuren aus dem Quartier oder anderen Anbietern zur Nutzung überlassen. Die Sender von Grafiken oder Fotos erklären sich mit der Veröffentlichung einverstanden und erklären, im Besitz der Nutzungs- bzw. Abbildungsrechte zu sein. Sollten aufgrund der Zusendung von Grafiken oder Fotos die Rechte Dritter berührt sein, haftet der Übersender für etwaige, aus Urheberrechtsverletzungen resultierende Schäden.

    Impressum und Datenschutz

    © Copyright - mittendrin LOGIN Download PDF Anleitung (10,6 MB) - Impressum und Datenschutz - webdesign@evabogner.de
    Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen