
Hessische Medienbildungszentren gestartet
Neues Angebot der Medienanstalt Hessen für Medien, Bildung und Demokratie. Ab 1. April 2025 haben die hessischen Medienbildungszentren in Kassel und Offenbach offiziell ihre Arbeit aufgenommen.
Die beiden Einrichtungen der Medienanstalt Hessen bieten künftig allen Einwohnerinnen und Einwohnern hessischer Gemeinden Anlaufstellen für Angebote der Medienbildung. Dabei übernimmt das „Medienbildungszentrum Nord“ die Versorgung der nördlichen Landeshälfte, das „Medienbildungszentrum Süd“ widmet sich dem südlichen Teil des Landes. Letzteres verfügt zur Verbesserung einer flächendeckenden Versorgung über eine Außenstelle in Gießen. Das Regionalbüro ist auf dem Gelände der Justus-Liebig-Universität Gießen untergebracht und bietet somit eine räumliche Grundlage für Kooperationen auch im universitären Umfeld.
Prof. Dr. Murad Erdemir, Direktor der Medienanstalt Hessen: „Mit dem Start unserer beiden Medienbildungszentren in Nord- und Südhessen erweitern sich die Möglichkeiten der Menschen in unserer hessischen Heimat, ihre vorhandenen Kompetenzen im Umgang mit einer sich immer schneller wandelnden Medienwelt weiter auszubauen. Das dient neben dem präventiven Jugendschutz und der Ermöglichung medialer Teilhabe zugleich der Stärkung der politischen Bildung und stellt damit einen wichtigen Baustein für die Aufrechterhaltung einer resilienten Demokratie dar. Mein besonderer Dank gilt meinen Kolleginnen und Kollegen, die bereits seit mehreren Monaten mit der Entwicklung neuer Projekte befasst sind und mit ihrem Einsatz einen wesentlichen Teil zu einem starken Angebot für Medien, Bildung und Demokratie in Hessen beitragen.“
Die neuen Medienbildungszentren folgen auf die beiden Medienprojektzentren Offener Kanal (MOK) Kassel und Rhein-Main. Hintergrund ist das Hessische Gesetz über privaten Rundfunk und neue Medien (HPMG), das eine Neuausrichtung der bisherigen MOK hin zu zwei Medienbildungszentren vorsieht. In diesem Zuge wurden auf der Grundlage von Beschlüssen der Versammlung der Medienanstalt Hessen bereits im Herbst 2024 die entsprechenden Einrichtungen in Fulda und Gießen geschlossen. Der Betrieb der MOK Kassel und MOK Rhein-Main als partizipatives Bürgermedium Offener Kanal endete auf der Grundlage entsprechender Beschlüsse der Versammlung mit Ablauf des 31. März 2025.
Jörg Steinbach, Vorsitzender der Versammlung der Medienanstalt Hessen: „Die vom hessischen Gesetzgeber initiierte Veränderung stellt angesichts des technischen Fortschritts und eines damit einhergehenden veränderten Konsumverhaltens der Rezipientinnen und Rezipienten von Medien den logischen nächsten Schritt einer Erfolgsgeschichte dar, die mit den Offenen Kanälen vor über 30 Jahren begann. Als Vertretung der gesellschaftlich relevanten Gruppen hatte die Versammlung Gelegenheit, diesen Wandel umfassend zu begleiten. Mit der Eröffnung der neuen Einrichtungen ist nun der erste große Schritt getan, um im Rahmen der derzeit zur Verfügung stehenden Mittel möglichst viele Menschen in Hessen mit Medienbildungsinhalten zu versorgen und sie auf zukünftige Entwicklungen vorzubereiten.“
Mit einer Vielzahl von Angeboten widmen sich die Medienbildungszentren der Förderung von Medienkompetenz sowie der Vermittlung von Medienbildung. Die Projekte befassen sich beispielsweise mit Themen wie Desinformation in der Bildungsarbeit oder Politik im Allgemeinen für junge Menschen. Bei den Formaten sind sowohl die Produktion von Podcasts als auch die Erstellung von Bewegtbildinhalten wie Erklärfilmen, Reportagen oder Animationen möglich. Da außerdem das Modell einer Sendeplattform aufrechterhalten wird, können die Ergebnisse der medienpädagogischen Tätigkeit nicht nur im Internet, sondern auch im Kabelfernsehen verbreitet und Interessierten so auf verschiedenen Wegen zugänglich gemacht werden.
Nadine Tepe, Leiterin der Medienbildungszentren: „Mit den Medienbildungszentren schaffen wir ein Angebot für alle Menschen in Hessen. Dabei freut es mich besonders, dass wir neben Kindern und Jugendlichen, die in besonderer Weise den Herausforderungen digitaler Kommunikation ausgesetzt sind, auch weiteren Altersgruppen ein zunehmend breiteres Angebot machen können. Denn nur, wenn wir alle Bürgerinnen und Bürger in die Veränderungsprozesse einbinden, profitieren wir als Gesellschaft von der digitalen Entwicklung. Dabei gilt es zudem, die zahlreichen Möglichkeiten aufzuzeigen, die sich durch die Nutzung moderner Medien ergeben.“
Weitere Informationen zu den Medienbildungszentren und ihrem Portfolio sind unter https://www.medienanstalt-hessen.de/medienbildungszentren abrufbar.
Die Medienanstalt Hessen
ist die zentrale landesweite Aufsichtsbehörde für die Regulierung von privatem Rundfunk und Telemedien. Ihr Kernauftrag ist es, Medienvielfalt zu sichern, Meinungsfreiheit zu schützen und mediale Teilhabe zu ermöglichen. Sie lizenziert private Radio- und Fernsehprogramme und übt die Aufsicht über Rundfunk, Telemedien, Medienplattformen und Benutzeroberflächen aus. Zudem ist sie zuständig für den Schutz der Jugend und der Menschenwürde und engagiert sich im Kampf gegen Hass, Hetze und Desinformation. Außerdem widmet sich die Medienanstalt der Vermittlung von Medienbildung sowie der Förderung von Medienkompetenz in allen Altersgruppen und betreibt hierzu Medienbildungszentren an den Standorten Kassel und Offenbach. Sie unterstützt nichtkommerzielle Lokalradios und setzt sich aktiv für den Medienstandort Hessen ein.