Mittendrin in Kassel
  • Aktuelles
  • Termine
  • Podcast SprechZeit
  • Podcast StadtteilZeit
  • Architektur und Stadt
  • Gesund Leben
  • Essen und Genießen
  • Wohnen und Leben
  • Kunst und Kultur
  • Kinder und Jugend
  • Kirche und Soziales
  • Handel und Gewerbe
  • Energie + Umwelt
  • Stadt(teil)politik und Gesellschaft
  • Stadt(teil)geschichte
  • Kolumnen
  • Video-Kanal
  • Lieblingsläden
  • Menü Menü
    Search Search

    Direkter Kontakt:

    Klaus Schaake
    Tel. 0561 – 475 10 11
    post@mittendrin-kassel.de

     

    Gefördert bis Ende 2019 durch:

    In diesem Jahr wird die documenta 65

    „Immer wieder freitags…“: Die Serie des Vereins der Gäste- und Museumsführer in Kassel und Region e.V.

    Gelegenheit, sich mal an die documenta I zu erinnern.

    Mit der documenta ist es ja, wie mit Geburtstagen am 29. Februar. Man hat nicht jedes Jahr Geburtstag, aber man wird jedes Jahr ein Jahr älter.
    Ich war 1955 sieben Jahre alt und da ich damals in der Nähe der Karlsaue wohnte, habe ich natürlich vordergründig die Bundesgartenschau erlebt, zumal meine Eltern eine Familiendauerkarte hatten. Mit der Kunst hatte ich damals noch wenig im Sinn, aber ich kann mich noch sehr genau erinnern, was meine Eltern von „dieser Kunst“ hielten. Unverständnis auf der ganzen Linie. „So etwas als Kunst zu bezeichnen war einfach unerhört“ und das obwohl meine Eltern sehr weltoffen und großzügig waren.
    Hier nun der Beginn der Kunstausstellung, die zur weltgrößten Ausstellung der Moderne geworden ist, was natürlich 1955 noch niemand ahnen konnte.

    Die documenta I fand vom 15. Juli 1955 bis zum 18. Sept. 1955 statt.
    Die Bundesgartenschau 1955 sollte den Wiederaufbau der Region beschleunigen. Als der Kasseler Maler und Kunstprofessor Arnold Bode von der vagen Idee erfuhr, die Bundesgartenschau durch eine begleitende Kunstaustellung zu veredeln, schlug seine Stunde. Schon als Student und junger Maler hatte er in den 1920er Jahren an Ausstellungen moderner Kunst in der Kasseler Orangerie mitgewirkt. Das Vorhaben, dem deutschen Publikum einen Überblick über die Kunst des 20. Jahrhunderts zu ermöglichen, war neu und absolut zeitgemäß. Zudem konnte man bei dieser Gelegenheit auch jene Werke wieder zeigen, die die Nationalsozialisten als „entartet“ verfemt hatten. Die heilende, erzieherische Kraft der Kunst sollte in diesem Sinne auf das geistige Erbe der Nazis einwirken, sollten beitragen, es unwirksam zu machen.
    Gemälde waren nach ersten Entwürfen als Kern der Schau vorgesehen. Um die Gemälde herum sollten Skulpturen zum Beispiele der Architektur sowie Theater und Filmaufführungen gruppiert werden. Es war Bodes Absicht, die damals noch heftig umstrittene abstrakte Gegenwartskunst durch den Verweis auf ihre Vorläufer aus der Vorkriegszeit zu legitimieren. Gegner der Abstrakten Kunst fanden sich damals sowohl im rechten als auch im linken Lager, vor allem aber in der Mitte der Gesellschaft, wo viele Kunstfreunde den Verlust des Menschenbildes in der abstrakten Kunst beklagten. Hier wollte die documenta ansetzen. Knapp die Hälfte der damals gezeigten 670 Werke war nach 1945 entstanden. Die meisten Künstler stammten aus Deutschland und aus Frankreich danach folgte Italien. Bodes Revision der Moderne lief auf einen bruchlosen Siegeszug des Abstrakten hinaus. Denn mit dem Bekenntnis zur abstrakten Kunst sollte auch ein kulturpolitisches Signal gen Osten gesendet werden. Der Eiserne Vorhang verlief ja nicht weit von Kassel, wo zu jener Zeit das Dogma des Sozialistischen Realismus herrschte – einer figürlich-naturalistischen Propagandakunst.

    Wie kam die Kasseler Ausstellung zu ihrem einprägsamen Namen? Bode hatte den Begriff documenta statt dem trockenen Begriff Dokument bzw. Dokumentation gewählt. Er schrieb das Wort mit c und klein, was ein modernes und leichtes Flair mitbrachte, und sowohl Intellektualität als auch den Anschluss an die zeitgenössische Werbegrafik (und damit die Konsumwelt) demonstrierte. hieß damals doch eine Dekorserie von Bode für Göppinger plastics abstracta Im Rückblick stellte die New York Times anerkennend fest „Niemand hätte zu dieser Zeit erwartet, dass die Ausstellung populär sein könnte – aber sie erfuhr eine überwältigende Reaktion sowohl von deutschen als auch ausländischen Kunstliebhabern“.
    Ihren Erfolg hatte die erste documenta vor allem drei Faktoren zu verdanken – dem offenen Konzept, dem faszinierenden Ausstellungsort und Bodes professioneller Inszenierung und Lichtregie. Er war eben nicht nur Kurator, sondern auch Künstler und Designer. Die wirkungsvolle Inszenierung hing mit dem Zustand des im Krieg ausgebrannten Fridericianums zusammen. Ohne die auffällige Ruine wäre die documenta wohl gar nicht zustande gekommen. Die Kunstwerke wurden vor nackten Wänden in Szene gesetzt, so konnte Bode den ästhetischen Eigenwert des Materials hervorheben.
    Bei der Schau „Kunst des XX Jahrhunderts“ waren insgesamt 670 Exponate von 148 Künstlern präsentiert worden.
    Triumph der Moderne oder Genius der Kunst. Mit derart euphorischen Schlagzeilen wartete die Presse auf.
    Die zustimmende Kritik und der gute Besucherzuspruch – waren doch statt der erwarteten 50.000 Gäste 130.000 zur Kunstausstellung gekommen – überraschten selbst die Veranstalter.
    Zu den Besuchern zählte immerhin auch unser damalige Bundespräsident Theodor Heuss – von ihm kam der Ausspruch „für diese Kunst bin ich wohl zu alt“.

    Die HNA schrieb über das Jahr 1955:
    Kunst in der Ruine
    Parallel zur Bundesgartenschau schlug die Geburtsstunde der documenta –
    Lücken schließen wollte der Kasseler Künstler und Hochschullehrer Arnold Bode (1900 – 1977) mit der Kunstausstellung documenta. Die Lücken, die durch zwölf Jahre Nazi-Herrschaft in der Kunstwahrnehmung in Deutschland entstanden waren. In der Einladungskarte zur Eröffnung hieß es, es sei für die Kunst an der Zeit, „die Wege und Punkte des Erreichten auch in Deutschland einmal sinnfällig zu markieren“. Als Begleitausstellung zur Bundesgartenschau öffnete die erste documenta im Fridericianum am 15. Juli 1955. Die zeigte zum einen die international bedeutenden Werke der klassischen Moderne seit Anfang des 20. Jahrhunderts und bot zum anderen einen Überblick über den aktuellen Stand der europäischen Kunst. Arnold Bode und seiner Mitstreiter erhielten 200.000 Mark Fördergeld von Stadt, Land und Bund um das Projekt stemmen zu können. Als Standort wählte man das Friedericianum, jenes erste öffentlich zugängliche Museumsgebäude des europäischen Festlandes. Nach der Kriegszerstörung war der Barockbau nur äußerlich provisorisch hergestellt worden, innen aber noch ein Rohbau. Ziegelsteine als Hintergrund für die Bilder boten ebenso reizvolle Kontraste wie transparente Vorhänge, die Bode anbringen ließ. Wie wichtig die Ausstellungsarchitektur für die Wirkung einer Kunstschau ist, hat Bode mit seiner visionären Bilder- und Skulpturen-Dramaturgie gezeigt. Präsentiert wurden u. A. Arbeiten von Henry Moore, Wilhelm Lehmbruck, Picasso, Kandinsky, Giorgio de Chirico, Oskar Schlemmer, Paula Modersohn-Becker und Max Ernst. Ausgestellt waren 670 Werke von 148 Künstlern. 130.000 Besucher ließen sich vom Kunsterlebnis anlocken. Schon damals veränderte die Kunstschau (und dazu natürlich die Bundesgartenschau) die Stadt. Die Flaneure auf den Straßen waten internationaler, das Treiben lebendiger als sonst. Das Café Paulus auf der Treppenstraße reagierte auf die veränderte Stimmung mit einer Maßnahme, die damals fast so revolutionär und unerhört wirkte wie manches Kunstwerk; man stellte draußen Stühle auf.

    Immer wieder freitags…

    In einer E-Mail an seine Mitglieder schrieb der Vorstand der des Vereins der Gäste- und Museumsführer in Kassel und Region e.V.: „Nachdem nun auch die Wasserspiele bis auf Weiteres abgesagt wurden und tatsächlich nicht abzusehen ist, dass es in den nächsten Wochen Führungen geben wird, haben wir uns im Vorstand überlegt, wie wir diese Zeit dennoch sinnvoll nutzen können. So ist die Idee entstanden, dass wir ab sofort jeweils freitags eine Persönlichkeit, ein Objekt in einem Museum, eine Pflanze oder auch einen etwas unbekannteren Ort vorstellen.“

    Gesagt, getan.
    Den Auftakt machte ein Beitrag von Claudia Panetta-Möller, den die mittendrin dokumentierte.
    Barbara BlocksText zum 65.  Gebutsttag der documenta ist bereits der neunte in der Reihe. Diesen veröffentlicht die mittendrin in Korrespondenz zu seinem Erscheinen. Text 2 und 3 folgen zu einem anderen Zeitpunkt.

    Kontakt/Info:
    Verein der Gäste- und Museumsführer in Kassel und Region e.V.
    Claudia Panetta-Möller
    Tel. 0561 / 60290204
    Mobil: 0176 / 54466016
    info(at)kassel-gaestefuehrer.de
    www.kassel-gaestefuehrer.de

    Ähnliche Themen

    Gemeinschaft bewusst stärken!

    Juli 11, 2026
    Soziale Kontakte stärken das Wohlbefinden – doch echte Begegnungen kommen im Alltag oft zu kurz.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/07/iStock-171362856.jpg 900 601 Lisa Marie Fink https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Lisa Marie Fink2026-07-11 13:39:382026-07-01 13:49:25Gemeinschaft bewusst stärken!

    Einblicke in den FriedWald Reinhardswald

    Juni 19, 2026
    Den FriedWald Reinhardswald bei einer Waldführung erleben. Nächste Termine: 27. Juni, 11. & 25. Juli, 8. & 22. August, jeweils um 14 Uhr.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/06/FriedWald_StadtZeitKassel-Sommer-Kopie.jpeg 1218 1920 Iryna Sauerwald https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Iryna Sauerwald2026-06-19 06:09:062026-06-18 12:09:19Einblicke in den FriedWald Reinhardswald

    Die Sommer-Ausgabe der StadtZeit ist da!

    Juni 17, 2026
    Die aktuelle Ausgabe des StadtZeit Kassel Magazins ist bereits online verfügbar – und jetzt auch frisch aus dem Druck erschienen.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/06/stadtzeit128_final-titel.jpg 1754 1241 Lisa Marie Fink https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Lisa Marie Fink2026-06-17 12:23:402026-06-17 12:23:40Die Sommer-Ausgabe der StadtZeit ist da!

    Hilfe für schwerkranke Kinder

    Juni 2, 2026
    1KOMMA5° Kassel spendet 1.000 Euro an IntensivLeben e.V. für nicht öffentlich geförderte Projekte wie barrierefreie Wohnraumumbauten und die Entlastung pflegender Eltern.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/06/Spendenuebergabe-1K5-Kasse-l-an-IntensivLeben-e.V.-Kopie-scaled.jpeg 1920 2560 Iryna Sauerwald https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Iryna Sauerwald2026-06-02 09:20:552026-06-02 09:23:16Hilfe für schwerkranke Kinder

    SprechZeit-Doku: Für die Zukunft gebaut – Architektur in Kassel

    Mai 23, 2026
    Der mittendrin-podcast: Gespräch auf der KasselBuch zwischen Barbara Ettinger-Brinckmann und Klaus Schaake.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2020/04/mittendrinmikro02.jpg 1074 1181 Klaus Schaake https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Klaus Schaake2026-05-23 10:05:112026-05-23 10:12:05SprechZeit-Doku: Für die Zukunft gebaut – Architektur in Kassel

    1933 wurden in Kassel Bücher verbrannt, und heute?

    Mai 18, 2026
    Traueraufzug der OMAS GEGEN RECHTS Kassel am Dienstag, 19.05.2026. Start ist um 15 Uhr am Aschrottbrunnenneben dem Rathaus.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/05/oma-button-mittel.png 192 192 Iryna Sauerwald https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Iryna Sauerwald2026-05-18 17:54:332026-05-18 17:54:331933 wurden in Kassel Bücher verbrannt, und heute?

    Holofiction

    Mai 18, 2026
    Am Donnerstag, den 21. Mai, findet um 17 Uhr im BALi Kino am Rainer-Dierichs-Platz 1 in Kassel eine besondere Filmvorführung statt. Im Anschluss an den Film gibt es die Möglichkeit, bei einem Publikumsgespräch direkt mit dem Regisseur Michal Kosakowski zu diskutieren.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/05/HOLOFICTION-2-EYES-Klein.jpg 370 600 Iryna Sauerwald https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Iryna Sauerwald2026-05-18 08:47:032026-05-18 08:47:03Holofiction

    GWH fördert Mittagstisch im Quartier

    Mai 17, 2026
    Mit 12.000 Euro unterstützt die GWH erneut den Mittagstisch für Seniorinnen und Senioren im Brückenhof.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/05/Spendenuebergabe_Copyright-GWH-scaled.jpg 1438 2560 Lisa Marie Fink https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Lisa Marie Fink2026-05-17 21:17:432026-05-17 21:18:11GWH fördert Mittagstisch im Quartier

    EAM-Stiftung: Bis zum 15. Juni um Fördermittel bewerben

    April 7, 2026
    EAM-Stiftung vergibt 75.000 Euro für gemeinnützige Projekte in den Bereichen „Jugend- und Altenhilfe“, „Sport für Jugendliche“ sowie „Hilfe für Menschen mit Behinderungen“.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/04/260401_Ausschreibung-EAM-Stiftung-scaled.jpg 1726 2560 Iryna Sauerwald https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Iryna Sauerwald2026-04-07 11:23:362026-04-07 11:24:34EAM-Stiftung: Bis zum 15. Juni um Fördermittel bewerben
    Zurück Zurück Zurück Weiter Weiter Weiter

    Aktuelles

    Juli 10, 2026

    Kulturpreis der Stadt Kassel 2026

    Juli 9, 2026

    „ASL à la Carte“: Rundgang des Fachbereichs ASL präsentiert Menü fürs Planen

    Juli 9, 2026

    Der Uhr auf der Spur

    Podcast StadtteilZeit

    November 10, 2020

    StadtteilZeit: Elisabeth König, Ortsvorsteherin Kirchditmold

    Oktober 16, 2020

    StadtteilZeit: Helmut Alex, Ortsvorsteher Süsterfeld-Helleböhn

    Oktober 9, 2020

    StadtteilZeit: Vera Wilmes, Ortsvorsteherin Brasselsberg

    Kontakt

    Klaus Schaake
    c/o Bürogemeinschaft 48zwei
    Friedrich-Ebert-Straße 48
    34117 Kassel
    Tel. 0561 – 475 10 11
    post@mittendrin-kassel.de

    Kommerzielle Nutzungen

    Die Verwertung von Texten und Bildern in anderen Publikationen oder Internet-Auftritten darf nur nach schriftlicher Zustimmung durch das Redaktionsteam erfolgen. Kommerzielle Nutzungen von Text- und Bildmaterial sind schriftlich mit dem presserechtlich Verantwortlichen abzustimmen und angemessen zu vergüten.

    Urheberrecht

    Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht zwingend die Meinung des presserechtlich Verantwortlichen wieder. Alle Autor/innen zeichnen für ihre Beiträge selbst verantwortlich. Alle nicht näher bezeichneten Fotos oder Grafiken wurden der Redaktion von Akteuren aus dem Quartier oder anderen Anbietern zur Nutzung überlassen. Die Sender von Grafiken oder Fotos erklären sich mit der Veröffentlichung einverstanden und erklären, im Besitz der Nutzungs- bzw. Abbildungsrechte zu sein. Sollten aufgrund der Zusendung von Grafiken oder Fotos die Rechte Dritter berührt sein, haftet der Übersender für etwaige, aus Urheberrechtsverletzungen resultierende Schäden.

    Impressum und Datenschutz

    © Copyright - mittendrin LOGIN Download PDF Anleitung (10,6 MB) - Impressum und Datenschutz - webdesign@evabogner.de
    Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen