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Iryna Sauerwald
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Iryna Sauerwald2026-07-10 08:48:522026-07-10 08:50:17Kulturpreis der Stadt Kassel 2026„Panzer raus aus Rothenditmold!“
Am 9. Juni um 18.30 Uhr, Wolfhager Straße / Ecke Brandaustraße.
Während die Stadt Kassel und der Investor Sector 7 am 9. Juni ihre Pläne für die Zukunft des Henschel-Areals vorstellen, wächst im Stadtteil der Widerstand. Das Aktionsbündnis „Kein Krieg in Rothenditmold!“ ruft deshalb für denselben Tag zu einer Kundgebung auf.
Nach Auffassung des Bündnisses, der Anwohner:innen und Nutzer:innen des Areals droht die Entwicklung des Henschel-Areals zu einem weiteren Schritt der Militarisierung des Stadtteils zu werden. Bereits jetzt ist bekannt, dass auf dem Gelände ein Parkhaus und eine LKW-Zufahrt für den Rüstungskonzern KNDS entstehen sollen. Dafür soll unter anderem die Kasseler Jugend- und Sozialeinrichtung Mr. Wilson weichen.
„Während überall von sozialem Zusammenhalt und lebenswerter Stadtentwicklung gesprochen wird, werden auf dem Henschel-Areal Flächen für die Expansion eines Rüstungskonzerns geschaffen. Das ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich seit Jahren für ein lebendiges und solidarisches Rothenditmold einsetzen“, erklärt das Bündnis.
Kritik an Verkehrsausbau und Rüstungsstandort
Die geplanten Veränderungen hätten weitreichende Folgen für den Stadtteil. Neben der Verdrängung von Jugend-, Kultur- und Sozialprojekten befürchten die Initiator:innen eine weitere Verschlechterung der ohnehin angespannten Verkehrssituation. Bereits heute leiden viele Anwohnerinnen unter dem hohen Verkehrsaufkommen auf der Wolfhager Straße. Zusätzlicher LKW-Verkehr würde die Belastung weiter erhöhen.
Für das Bündnis steht dabei mehr auf dem Spiel als einzelne Bauprojekte. Die Entwicklung des Henschel-Areals sei Ausdruck einer politischen Prioritätensetzung, die den Interessen von Investoren und Rüstungskonzernen mehr Gewicht einräume als den Bedürfnissen der Menschen vor Ort.
„Wer ein Parkhaus und neue Zufahrten für KNDS baut, schafft nicht einfach Infrastruktur. Er schafft die Voraussetzungen für die weitere Expansion der Rüstungsindustrie mitten in unserem Stadtteil. Wir wollen nicht, dass Rothenditmold immer stärker zum Anhängsel eines Konzerns wird, der mit Krieg und Aufrüstung Milliarden verdient.“

Foto: mittendrin-kassel.de
Vision für das Henschel-Areal
Das Bündnis fordert stattdessen eine Entwicklung des Henschel-Areals, die sich an den Bedürfnissen der Bewohner*innen orientiert: Räume für Kultur, Jugend- und Sozialarbeit, bezahlbare Wohnfläche, Grünflächen und eine Verkehrspolitik, die die Lebensqualität verbessert statt sie weiter zu verschlechtern.
„Das Henschel-Areal gehört zu Rothenditmold. Seine Zukunft darf nicht hinter verschlossenen Türen zwischen Stadt, Investor und Rüstungskonzern entschieden werden. Wir wollen einen Stadtteil, der den Menschen gerecht wird, die hier leben – nicht den Konzernen und Kriegstreibern.“
Unter dem Motto „Panzer raus aus Rothenditmold! Henschelareal für Menschen statt KNDS, Elbit und Militär!“ ruft das Bündnis deshalb alle Anwohner*innen, Initiativen und Interessierten dazu auf, am 9. Juni ein sichtbares Zeichen gegen Militarisierung und Verdrängung zu setzen.
08.06.2026













