Rund 65 kg Schokolade emissionsfrei per Fahrrad transportiert

Schokofahrt # 8: Zwei Mal im Jahr machen sich die Initiatoren auf den Weg nach Amsterdam, um von dort die Schokolade mit dem Fahrrad abzuholen und in zahlreiche Städte in ganz Deutschland zu radeln. Auch nach Kassel.

Eine Idee, die auf den ersten Blick vollkommen absurd erscheint: Eine emissionsfrei transportierte Schokolade essen. Der Kakao wächst jenseits des Atlantiks, der Transport über das Meer, die Herstellung und am Ende der Weg in den Laden und zu den Endkunden: Das kann doch nicht klimafreundlich gehen. Doch! Die Schokofahrt zeigt, dass das geht! Denn es geht um den bewussten Genuss von Luxusprodukten und nachhaltiges Handeln.

Und das fängt schon bei den Kakaobauern an: Der Rohstoff für die Schokolade wird in der Dominikanischen Republik von einer Kooperative unter biologischen Bedingungen angebaut und fair gehandelt. Dann übernimmt der Frachtsegler Tres Hombrés die wertvolle Fracht und bringt sie ausschließlich mit Windkraft über den Atlantik nach Europa. Zielhafen: Amsterdam. Dort gelangt der Kakao zu der kleinen Manufaktur der Chocolatemakers. Übrigens erfolgt die Löschung der Ladung vom Schiff sowie der Transport zur Fabrik ebenfalls komplett ohne motorisierte Hilfsmittel, sondern mit viel kollektiver WoMen-Power.

Wenn jetzt der Rohstoff schon über 3000 km auf See ohne fossile Energie zurückgelegt hat, muss der restliche Weg zur europäischen Endkundschaft doch auch ohne gehen!

Deshalb macht sich zwei Mal im Jahr ein großes Netzwerk von Menschen auf den Weg nach Amsterdam, um von dort die Schokolade mit dem Fahrrad abzuholen und in zahlreiche Städte in ganz Deutschland zu radeln. Von Oldenburg über Berlin bis München, sogar in die Schweiz und nach Österreich: Überall schwingen sich Menschen in den Sattel, um diese besondere Schokolade mit Pedalkraft zu den einzelnen Geschäften zu transportieren.

Aufgrund der besonderen Zeiten wurde im Herbst 2020 die Schokolade mit einem Elektrofahrzeug nach Weeze an die deutsch-niederländische Grenze gebracht und von dort mit Rädern weiter transportiert. Das Schokofahrt-Team aus Wuppertal hat mit seinen freien Lastenrädern die “Kasseler Schokolade” aus Weeze abgeholt. Mitte Oktober kam dann eine Gruppe Schokofahrender aus Kassel, für die letzten 250 km von Wuppertal nach Kassel, zum Einsatz. Die dreitägige Fahrradtour führte aus dem Bergischen Land über das Ruhrtal, den Möhnesee, den Hochsauerlandkreis und das Diemeltal nach Nordhessen. Der Landkreis Kassel wurde entlang des Warmetals und der Gemeinden Calden und Ahnatal durchquert. Anschließend wurde Kassel mit einem Abstecher über den Herkules erreicht.

Ab Samstag, dem 24. Oktober 2020, sind die rund 65 kg fair produzierte und emissionsfrei transportierte Schokolade in den folgenden Läden zu erwerben sein: MitgliederladenUnterneustadt, Mauer’s Baikschopp, Nachfüllbar – Unverpacktladen, Schmackes Bioladen und Café Bahnhof Fürstenwald Calden. Ein kleiner Teil des Kaufpreises wird an das gemeinnützige Projekt KARLA – KAsseleR LAstenrad (www.karla-lastenrad.de) gespendet. 

Weitere Infos:
Hompage: www.schokofahrt.de
Facebook: https://www.facebook.com/schokofahrt/
Twitter: @Schokofahrt
Instagram: @Schokofahrt_ks
Mail: info@schokofahrt.de

Pressemeldung des UmweltHaus Kassel e.V.

 

Ähnliche Themen

Den FriedWald Reinhardswald erleben

Die Försterinnen und -Förster erklären bei dem einstündigen Spaziergang die Idee der Bestattung in der Natur, zeigen verschiedene Grabarten und erläutern die Kosten.

Kommunale Klimaschutzpolitik bei Gegenwind

Wer an eine gestaltbare Zukunft glaubt, übernimmt Verantwortung. Trotz politischer Gegensätze gilt: Realität sehen – und handeln.

Mehr Farbe für Kasseler Quartier

Aus tristen Garagen werden bunte Wandgemälde: Kooperation zwischen lokalen Akteuren, Wohnungsunternehmen und Künstlerduo.

Vielfalt im Grünen

Am Helleböhnweg in Kassel entstand ein urbaner Waldgarten, den Bürger:innen gemeinsam als öffentlichen Freiraum gestalten und weiterentwickeln.

HESSENSLAM 2026

Der HESSENSLAM ist zurück in Kassel: Nach 13 Jahren macht die hessische Meister*innenschaft im Poetry Slam wieder Station in der documenta-Stadt.

SprechZeit Kultur: Die Kulturplattform St. Martin

Der mittendrin-Podcast zu Themen und Entwicklungen, die unsere Gäste bewegen. In dieser Folge: Eckhard Manz, Kirchenmusikdirektor und Prof. Dr. Rüdiger Faust, Vorstand der Kulturplattform St. Martin e.V.

Kulturbunker Kassel: Kultur braucht ein dichtes Dach

Das 600 m² große Dach des Kulturbunkers ist undicht. Jede Unterstützung trägt dazu bei, dieses wichtige Zentrum für Kunst, Musik und Gemeinschaft vor dem Verfall zu bewahren.

Sommersause 2026 des Circus Rambazotti

Das große Sommerfest des Circus Rambazotti mit Mitmachaktionen, Circuswalkacts, weitere Circusshows und Livemusik auf der Open Air Bühne (Flower Issues, Softcake, Jil, Zufällig hier...) und vieles mehr ab 14 Uhr.

Macht Social Media unsere Demokratie kaputt?

Am 19. August um 19 Uhr lädt die Gemeinde Kassel-Bad Wilhelmshöhe in den Pavillon an der Christuskirche zur Diskussion über die Frage ein: „Wie verändern Social Media unsere Demokratie?“. Hierbei werden digitale Chancen für politische Beteiligung gegen die Gefahren von Desinformation und Hass abgewogen.