Theaterstück gegen Rassismus

«Was passiert, wenn man Hitler seinen einzigen Wintermantel leiht?«

Eine zufällige Begegnung im Wien verändert das Schicksal eines gescheiterten Künstlers.

Wien, Anfang des 20. Jahrhunderts: Ein junger Mann kommt mit großen Träumen – und leerem Magen. Er will Künstler werden – und wird abgelehnt. Im Obdachlosenasyl trifft er den jüdischen Buchverkäufer Shlomo Herzl, einen warmherzigen, wortgewandten Träumer. Herzl nimmt den unbeholfenen Neuankömmling an die Hand, prägt sein Auftreten, vermittelt ihm rhetorische Tricks – und leiht ihm seinen einzigen Wintermantel, eine Fürsorge von Fremden, die er so nicht kannte. Doch aus gut gemeinter Hilfe wächst etwas völlig anderes: Ein naiver Künstler wird zum Demagogen, ein Manuskript wird zur Waffe, und selbst kleinste Gesten entfalten fatale Folgen.

Mit schwarzem Humor, grotesken Momenten und überraschender Ironie zeigt Tabori, wie Menschen einander beeinflussen – und wie kleinste Handlungen große Wirkungen entfalten können. Man lacht über die Absurdität – und im nächsten Moment stockt einem der Atem.

Ein bitterkomisches unterhaltendes Stück über Ideologie, Manipulation und menschliche Einflüsse – so aktuell wie nie.

Regie Statement
Fazit
 
Dieses Stück spricht nicht mit erhobenem Zeigefinger.
Es ist ein Husten im Lachen.
Ein Kratzer im Wohlgefühl.
Ein unbequemes Amüsieren.
Eine offene Wunde.
Verblendung wächst
nicht mehr im Verborgenen, sondern mitten im Rampenlicht.
In Parolen, die wieder selbstverständlich klingen.
In Witzen, die brandgefährlich geworden sind.
Im charmanten Satz, der Gift trägt.
 
Weil das Wiederholen nicht nur möglich,
sondern wahrscheinlich ist – wenn wir nicht hinschauen.
Bilder: Müge Yavas

17.03.2026

Termine:
Zweite Speilwoche
18.3., 19.3., 20.3., 21.3. um 19.30 Uhr

Wo: Dock 4, Kassel Deck 1
Eintritt: 10/15 €
Tickets: Dock4.de und Abendkasse

Weitere Termine in April und Mai sind in Planung.

Ein bitterkomisches unterhaltendes Stück über Ideologie, Manipulation und menschliche Einflüsse – so aktuell wie nie…

MEIN KAMPF
Eine Farce von George Tabori
Übersetzung: Ursula Grützmacher-Tabori

Kreative Leitung / Regie
Müge Yavas

Besetzung
Shlomo Herzl – Tobias Schaaf
Lobkowitz – René Spitzer
Gretchen – Samira-Yasmin Mwasajone
Frau Tod – Philipp Michael Schlöter
Hitler – Jonas Biber

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