Theaterstück gegen Rassismus

«Was passiert, wenn man Hitler seinen einzigen Wintermantel leiht?«

Eine zufällige Begegnung im Wien verändert das Schicksal eines gescheiterten Künstlers.

Wien, Anfang des 20. Jahrhunderts: Ein junger Mann kommt mit großen Träumen – und leerem Magen. Er will Künstler werden – und wird abgelehnt. Im Obdachlosenasyl trifft er den jüdischen Buchverkäufer Shlomo Herzl, einen warmherzigen, wortgewandten Träumer. Herzl nimmt den unbeholfenen Neuankömmling an die Hand, prägt sein Auftreten, vermittelt ihm rhetorische Tricks – und leiht ihm seinen einzigen Wintermantel, eine Fürsorge von Fremden, die er so nicht kannte. Doch aus gut gemeinter Hilfe wächst etwas völlig anderes: Ein naiver Künstler wird zum Demagogen, ein Manuskript wird zur Waffe, und selbst kleinste Gesten entfalten fatale Folgen.

Mit schwarzem Humor, grotesken Momenten und überraschender Ironie zeigt Tabori, wie Menschen einander beeinflussen – und wie kleinste Handlungen große Wirkungen entfalten können. Man lacht über die Absurdität – und im nächsten Moment stockt einem der Atem.

Ein bitterkomisches unterhaltendes Stück über Ideologie, Manipulation und menschliche Einflüsse – so aktuell wie nie.

Bilder: Müge Yavas

Regie Statement
Ich habe „Mein Kampf“ von George Tabori vor einigen Jahren gelesen.
Und es hat mich nicht mehr losgelassen.
Es klopfte in unruhigen Nächten an.
In Momenten von Wut.
Von Sprachlosigkeit.
Von Ohnmacht.
Lange fehlte mir der Mut, dieses Stück anzugehen.
Zu groß der Text.
Zu giftig der Titel.
Zu schwer die Geschichte.
Irgendwann war klar: Jetzt.
Nicht, wenn es wieder leicht wird. Sondern jetzt.
Weil wir uns erinnern müssen.
Jetzt.
Schmerzhaft.
Grotesk.
Lachend.
Schreiend.
Überfordert.
Mit wachem Blick.
Mit offenen Augen. Das Stück ist keine Geschichtsstunde und
Theater ist kein Wellness-Resort.
Kein Serien-Portal.
Kein „Gefällt-mir“-Klick.
Was bleibt?
Vielleicht … ein Funken Mut.
Danke.
M. Yavaş, 2025
26.02.2026

Termine:
12.3. (Premiere), 13.3., 14.3. um 18.30 Uhr
18.3., 19.3., 20.3., 21.3. um 19.30 Uhr

Wo: Dock 4, Kassel Deck 1
Eintritt: 10/15 €
Tickets: Dock4.de und Abendkasse

Ein bitterkomisches unterhaltendes Stück über Ideologie, Manipulation und menschliche Einflüsse – so aktuell wie nie…

MEIN KAMPF
Eine Farce von George Tabori
Übersetzung: Ursula Grützmacher-Tabori

Kreative Leitung / Regie
Müge Yavas

Besetzung
Shlomo Herzl – Tobias Schaaf
Lobkowitz – René Spitzer
Gretchen – Samira-Yasmin Mwasajone
Frau Tod – Philipp Michael Schlöter
Hitler – Jonas Biber

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