Mittendrin in Kassel
  • Aktuelles
  • Termine
  • Podcast SprechZeit
  • Podcast StadtteilZeit
  • Architektur und Stadt
  • Gesund Leben
  • Essen und Genießen
  • Wohnen und Leben
  • Kunst und Kultur
  • Kinder und Jugend
  • Kirche und Soziales
  • Handel und Gewerbe
  • Energie + Umwelt
  • Stadt(teil)politik und Gesellschaft
  • Stadt(teil)geschichte
  • Kolumnen
  • Video-Kanal
  • Lieblingsläden
  • Menü Menü
    Search Search

    Direkter Kontakt:

    Klaus Schaake
    Tel. 0561 – 475 10 11
    post@mittendrin-kassel.de

     

    Gefördert bis Ende 2019 durch:

    UN-Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung 2015 – 2024

    Deutschland gelobte die UN-Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung umzusetzen. Nach 7,5 Jahren ist die Bilanz mehr als ernüchternd.

    Bei allen Bundesregierungen war noch nie ein wirkliches Interesse erkennbar Anti-Schwarzen Rassismus (ASR) nachhaltig zu bekämpfen. Einerseits lassen sich mit dem Einsatz für die Rechte einer Minderheit wohl nicht genügend Wähler*innenstimmen generieren, andererseits wären effektive Maßnahmen gegen den ASR für die Mehrheitsgesellschaft mit dem Verlust von Macht und Privilegien verbunden, was unter dem Strich wohl größere Stimmenverluste zur Folge haben dürfte.

    In der Außendarstellung gilt es allerdings für die jeweilige Regierung das antirassistische Profil aufrechterhalten. Zu diesem Zwecke werden den Betroffenen gelegentlich kleinere Zugeständnisse bewilligt. Hier und da ein Zuschuss für eine neue Begegnungsstätte, hier und da die Genehmigung einer Demonstration oder die Förderung eines Projektes zur Sichtbarmachung von ASR. Diese Zugeständnisse werden den Betroffenen wie Placebo-Schmerztabletten verabreicht, sie bekämpfen nicht die Ursache der Schmerzen und lindern sie nur scheinbar. Dafür dienen sie zur Gewissensberuhigung der Verantwortlichen und befreien sie vom Vorwurf der kompletten Untätigkeit. Zudem wird der Eindruck eines zarten Pflänzchens der Bewusstseinsbildung für die Belange Schwarzer Menschen vermittelt.

    Diese Suggestion bezweckt die Verfestigung der Vorstellung es müsse nur weiter Geduld aufgebracht werden und schon bald würden sich die Entscheidungsträger*innen, sowie große Teile der Mehrheitsgesellschaft, einsichtig zeigen und einen Wandel herbeiführen. Diese Zeit der großen Veränderungen stünde bald bevor, zunächst gelte es aber weiter Aufklärungsarbeit zu leisten. Übermäßige und vorschnelle Forderungen würden den Bogen überspannen und alles bisher erreichte drohe verloren zu gehen.

    Dieses System funktioniert seit vielen Jahren, von einer Legislaturperiode zur nächsten. Aus dem zarten Pflänzchen gedeihen aber immer nur weitere kleine Zugeständnisse, die als Pillen verabreicht werden und keine größeren Wirkungen entfalten. Auch wenn die beispielhaft genannte Errichtung einer neuen Begegnungsstätte in ihrer Bedeutung nicht zu schmälern ist, so kann sie doch maximal nur als Beiwerk von wirksamen noch zu ergreifenden Maßnahmen gegen ASR dienen und darf diese nicht ersetzen.

    Hoffnungsstifter UN-Dekade

    Im Dezember 2014 wurde von der UN-Generalversammlung die Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung (2015 – 2024) ausgerufen. Die Internationale Gemeinschaft erkannte damit an, dass Menschen afrikanischer Abstammung eine eigenständige Gruppe darstellen deren Menschenrechte gefördert und geschützt werden müssen. Das Hauptziel der Internationalen Dekade ist die Förderung der Achtung, des Schutzes und der Verwirklichung aller Menschenrechte und Grundfreiheiten von Menschen afrikanischer Abstammung, gemäß der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948.

    Mit anderen Worten ließe sich das Ziel der Internationalen Dekade wohl am ehesten mit „Inklusion der Menschen afrikanischer Abstammung“ beschreiben. Auch Deutschland bekannte sich zu diesem Ziel und erhielt so die Chance endlich das System der kleinen Zugeständnisse aufzugeben.

    N-Wort stoppen und M-Wort ächten

    Aktivitäten sind bisher allerdings nur aus der Zivilgesellschaft zu beobachten. Viele Initiativen haben sich bundesweit organisiert und die Ächtungen rassistischer Fremdbezeichnungen auf Grundlage der Internationalen Dekade durchgesetzt. Mittlerweile wurde in 13 Städten das N-Wort geächtet, darunter Metropolen wie Köln und München. In Kassel wurde neben dem N-Wort sogar erstmals das M-Wort geächtet.

    Wissenschaftliche Fakten über die Bedeutung rassistischer Begriffe und deren verheerender Wirkung der Zementierung rassistischer Weltanschauungen liegen seit vielen Jahren vor. Nicht nur die Initiativen @nwortstoppen und @mwortaechten kämpfen gegen die Weiterverwendung dieser Begriffe, auch die ISD Bund e.V., die älteste und größte deutsche Selbstorganisation Schwarzer Menschen, setzt sich von Beginn an gegen die Verwendung des M-Wortes für Straßen-, Apotheken- und Produktbezeichnungen ein. Unzählige Schwarze Aktivist*innen wehren sich seit vielen Jahren gegen den Gebrauch dieser Wörter und all diese Aktivitäten stellen einen deutlichen Auftrag an die Bundesregierung dar, diesen Punkt mit in den Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Dekade aufzunehmen. Schließlich formuliert die UN-Dekade explizit den Willen der teilnehmenden Staaten den Stimmen der Menschen afrikanischer Abstammung in besonderem Maße Gehör zu schenken.

    Eine Koordinationsstelle wurde eingerichtet

    Auf den letzten Metern der Dekade gibt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bekannt, dass eine Koordinationsstelle in Form eines Beirates eingerichtet wurde, um einen Beitrag zur UN-Dekade zu leisten. Die Integrationsbeauftrage der Bundesregierung, seit Februar 2022 auch deren Antirassismus Beauftragte, spielt in diesem Beirat offensichtlich eine entscheidende Rolle.

    Diesbezüglich erscheint folgendes bemerkenswert: Das Thema Anti-Schwarzen Rassismus wird offenbar erneut mit dem Thema Integration vermengt, ein*e eigenständige*r Beauftragte*r für dieses wichtige Thema wurde offenbar nicht in Erwägung gezogen. Die neuerliche Benennung der Internationalen Dekade nach „Herkunft“ statt „Abstammung“ definiert sprachlich Schwarze Menschen nach deren Herkunft (Afrika) und reduziert sie gleichzeitig darauf. Die Ziele des neu berufenen Beirates sind ASR in den Fokus setzen und Empowerment. Mit welchen Kompetenzen der Beirat ausgestattet wurde bleibt allerdings vage.

    Anscheinend versucht die Bundesregierung die Dekade umzudeuten, weg von der Inklusion von Menschen afrikanischer Abstammung, hin zur Integration von Menschen afrikanischer Herkunft. Das uminterpretieren der UN-Dekade als Integrationsmaßnahme ermöglicht ihre Abwicklung nach altbewährtem System der kleinen Zugeständnisse und des zarten Pflänzchens. Sollte sich dies bewahrheiten, die Umsetzung der Internationalen Dekade wäre gescheitert.

    07.07.2022

    Beitrag des mittendrin Autors Thomas Hunstock

    Herr Hunstock schreibt als Gastautor für die Frankfurter Rundschau, den Stern und die Berliner Zeitung

    Ähnliche Themen

    Ausgebucht, neugierig, zukunftslustig – Kassel als Treffpunkt neuer Ideen

    Januar 27, 2026
    Vom 23. bis 25. Januar 2026 fand das erstes Botschafter:innen-Treffen des Ministeriums für Neugier & Zukunftslust in Kassel statt und bachte 81 Teilnehmende aus drei Ländern nach Nordhessen.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3475.jpeg 960 1280 Lisa Marie Fink https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Lisa Marie Fink2026-01-27 17:49:152026-01-27 17:49:15Ausgebucht, neugierig, zukunftslustig – Kassel als Treffpunkt neuer Ideen

    Blick nach drüben

    Januar 22, 2026
    Zum Deutsch-Französischen Tag am 22. Januar richtet sich der Blick nach drüben: auf Mulhouse, Kassels französische Partnerstadt, und den Zustand der deutsch-französischen Beziehung im Kleinen wie im Großen.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/01/2121q.jpeg 895 853 Lisa Marie Fink https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Lisa Marie Fink2026-01-22 15:39:302026-01-22 15:41:38Blick nach drüben

    EinWurf

    Januar 16, 2026
     „Why bad“: Harald Kimpels StadtZeit-Kolumne zum Marmorbad an der Orangerie Kassel – jetzt auch online zu lesen.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/01/kimpel-marmorbad-scaled.jpeg 2560 1920 Lisa Marie Fink https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Lisa Marie Fink2026-01-16 11:10:482026-01-03 21:34:57EinWurf

    Besichtigungtouren durch das ehemalige Polizeipräsidium Königstor

    Januar 16, 2026
    Initiative Gedenkort Polizeipräsidium Königstor e.V. lädt zur einer neuen Runde der Besichtigungstouren durch das Gebäude des ehemaligen Polizeipräsidiums am Königstor Kassel ein.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2024/01/Ehm_Polizeipräsidium_Königstor_2023_09_13_Foto_Nicolas_Wefers_008-Kopie.jpeg 667 1000 Iryna Sauerwald https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Iryna Sauerwald2026-01-16 07:54:182026-01-16 07:54:18Besichtigungtouren durch das ehemalige Polizeipräsidium Königstor

    Splitter im Mund

    Januar 6, 2026
    Jehona Kicajs Debütroman „ë“ erzählt von den tiefen Narben des Kosovokriegs, die bis heute in den Körpern und Erinnerungen der Betroffenen eingeschrieben sind und weiterwirken.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/01/Autorinbild_Kicaj_Jehona-1.jpg 684 593 Lisa Marie Fink https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Lisa Marie Fink2026-01-06 17:34:542026-01-07 18:43:21Splitter im Mund

    Blick nach drüben

    Januar 4, 2026
    Gewalt gegen Frauen ist ein allgegenwärtiges, oft verdrängtes Problem, das sich in erschütternden Lebensgeschichten und literarischen Werken widerspiegelt.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3106.jpeg 640 480 Lisa Marie Fink https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Lisa Marie Fink2026-01-04 20:35:242026-01-15 13:04:24Blick nach drüben

    Jahresvorschau 2026

    Dezember 17, 2025
    2026 wird ein Jahr voller Kunst und Kultur in Kassel: die documenta und Museum Fridericianum gGmbH lädt zu Ausstellungen, Symposien und vielfältigen Veranstaltungsformaten ein.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2025/12/nieslony_press_003_web-1024x.webp 512 767 Lisa Marie Fink https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Lisa Marie Fink2025-12-17 18:38:562025-12-18 08:35:04Jahresvorschau 2026

    Kinder, Kunst und Fantasie

    Dezember 3, 2025
    Fabelhafte Wunderwesen zieren Garagen in Waldau – ein kreatives Gemeinschaftsprojekt der Grundschule Waldau und der Künstlerin Liska Schwermer-Funke.
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2025/12/projekt-garagen-waldau-Kopie-scaled.jpeg 1707 2560 Iryna Sauerwald https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Iryna Sauerwald2025-12-03 08:31:042025-12-02 14:31:34Kinder, Kunst und Fantasie

    Die Winter-Ausgabe der StadtZeit ist da!

    November 9, 2025
    Die aktuelle Ausgabe des StadtZeit Kassel Magazins ist bereits online verfügbar und erscheint am 12. November in gedruckter Form. 
    Weiterlesen
    https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2025/11/stadtzeit126_-titelbild.jpg 1461 1034 Lisa Marie Fink https://mittendrin-kassel.de/wp-content/uploads/2019/10/logo-m.png Lisa Marie Fink2025-11-09 20:58:362025-11-11 09:50:23Die Winter-Ausgabe der StadtZeit ist da!
    Zurück Zurück Zurück Weiter Weiter Weiter

    Aktuelles

    Februar 12, 2026

    Bike Expo Kassel 2026

    Februar 11, 2026

    „Schön hier. Architektur auf dem Land“

    Februar 9, 2026

    Meisterinnen – Frauen. Können. Handwerk.

    Podcast StadtteilZeit

    November 10, 2020

    StadtteilZeit: Elisabeth König, Ortsvorsteherin Kirchditmold

    Oktober 16, 2020

    StadtteilZeit: Helmut Alex, Ortsvorsteher Süsterfeld-Helleböhn

    Oktober 9, 2020

    StadtteilZeit: Vera Wilmes, Ortsvorsteherin Brasselsberg

    Kontakt

    Klaus Schaake
    c/o Bürogemeinschaft 48zwei
    Friedrich-Ebert-Straße 48
    34117 Kassel
    Tel. 0561 – 475 10 11
    post@mittendrin-kassel.de

    Kommerzielle Nutzungen

    Die Verwertung von Texten und Bildern in anderen Publikationen oder Internet-Auftritten darf nur nach schriftlicher Zustimmung durch das Redaktionsteam erfolgen. Kommerzielle Nutzungen von Text- und Bildmaterial sind schriftlich mit dem presserechtlich Verantwortlichen abzustimmen und angemessen zu vergüten.

    Urheberrecht

    Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht zwingend die Meinung des presserechtlich Verantwortlichen wieder. Alle Autor/innen zeichnen für ihre Beiträge selbst verantwortlich. Alle nicht näher bezeichneten Fotos oder Grafiken wurden der Redaktion von Akteuren aus dem Quartier oder anderen Anbietern zur Nutzung überlassen. Die Sender von Grafiken oder Fotos erklären sich mit der Veröffentlichung einverstanden und erklären, im Besitz der Nutzungs- bzw. Abbildungsrechte zu sein. Sollten aufgrund der Zusendung von Grafiken oder Fotos die Rechte Dritter berührt sein, haftet der Übersender für etwaige, aus Urheberrechtsverletzungen resultierende Schäden.

    Impressum und Datenschutz

    © Copyright - mittendrin LOGIN Download PDF Anleitung (10,6 MB) - Impressum und Datenschutz - webdesign@evabogner.de
    Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen