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Iryna Sauerwald
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Iryna Sauerwald2025-12-09 12:51:112025-12-09 12:52:41„Alter Bahnhof Video Walk“ wieder für alle zugänglichWas tun, wenn sich das Klima wandelt
Die Keller & Gruber Nachdenk-Kolumne
Wie CO2-Bilanzen, Fuß- und Handabdruck Anstöße für
klimafreundliches Verhalten geben.
CO2-Bilanzen sind mehr als nur ein Haufen an Daten und Zahlen für Klimaforschende oder Umweltbeauftragte großer Konzerne. Immer häufiger begegnen sie uns im Alltag: Auf Lebensmittelverpackungen, in Apps zur CO2-Kompensation, in Unternehmensberichten – und zunehmend auch in unserem eigenen Bewusstsein. Doch was bringen diese Klimabilanzierungen wirklich?
Und wie alltagstauglich sind sie? Im Kern geht es bei CO2-Bilanzen darum, messbar zu machen, welchen Beitrag ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Person zur globalen Erwärmung leistet.
Wie viel klimaschädliche Gase entstehen durch Herstellung, Transport, Nutzung und Entsorgung? Diese Fragen lassen sich oft auf ein paar Zahlen herunterbrechen, die es ermöglichen, Entscheidungen bewusster zu treffen. Und bei Letzteren helfen uns zwei konkrete Konzepte, um Gutes für das Klima zu tun. Der ökologische Fußabdruck, um dem Ausmaß unseres Konsums bewusst zu werden und der Handabdruck, ein neueres Modell, das den Fokus auf positives Handeln und Veränderung legt.
Der Fußabdruck als Versinnbildlichung des Konsums
Der ökologische Fußabdruck zeigt, wie viele Ressourcen eine Person verbraucht und wie viele Emissionen sie verursacht – etwa durch Autofahrten, Essgewohnheiten oder Stromverbrauch. Viele Menschen versuchen daher, ihren Fußabdruck zu verkleinern – und das ist gut so! Aber, wer sich nur auf den eigenen Fußabdruck konzentriert, gerät schnell in eine Sackgasse. Denn selbst wenn wir alles richtig machen, stoßen wir irgendwann an eine Grenze. Unser individueller Beitrag verändert nicht automatisch die Welt um uns herum.
Mit dem Konzept des Handabdrucks Veränderung schaffen
Genau hier kommt der Handabdruck ins Spiel – ein Konzept, das weniger bekannt, aber umso kraftvoller ist. Er beschreibt, wie sehr wir durch unser Handeln positiven Einfluss auf andere Menschen und Strukturen nehmen. Es geht nicht darum, weniger schlecht zu sein, sondern darum mehr Gutes zu tun. Wer auf Ökostrom umstellt, reduziert den eigenen Fußabdruck. Wer darüber hinaus noch Freunde oder Nachbarn überzeugt, es einem gleichzutun, vergrößert seinen Handabdruck. Der Handabdruck wächst, wenn wir Vorbilder sind, andere inspirieren, politische Prozesse mitgestalten oder nach haltige Innovationen fördern.
Fazit für ein gutes Klima
Über ein leiser treten hinaus, sollten wir auch lauter wirken. Die Frage ist nicht allein, „Wie hinterlasse ich möglichst wenig Spuren?“, sondern auch, „Welche Spuren will ich hinterlassen?“ Der Fußabdruck zeigt uns, wo wir stehen. Der Handabdruck zeigt uns, wie weit wir kommen können.

02.09.2025
sind Nachhaltigkeitswissenschaftlerinnen und forschen zur Nachhaltigkeit
in der Veranstaltungsbranche und zu nachhaltigen Lebensmittel-Wert
schöpfungsketten. Als Projektschmiede Keller & Gruber gestalten sie Nachhaltigkeitsprojekte.
Diesen Artikel auch zu lesen in der StadtZeit-Ausgabe 124, Sommer 2025, S. 8
>>hier zu lesen













