Brüder‐Grimm‐Platz: Leitmotiv ‚Kiefern‐Hain‘ ist komplett

Anfang Oktober hat die beeindruckende Pflanzung der 74 Kiefern am Brüder‐Grimm‐Platz begonnen. Heute Mittag konnte die wohl spektakulärste Bauphase abgeschlossen werden: Der letzte Baum wurde im Beisein von Oberbürgermeister Sven Schoeller vor der ehemaligen Arnoldschen Tapetenfabrik eingesetzt.

Vor etwa einem Monat hatte die Stadt zum Auftakt dieser Bauphase in gleicher Anzahl kleine Kiefern an Kasseler Bürgerinnen und Bürger verschenkt, damals noch mit einer „Mondlandschaft“ als Kulisse. Seither hat sich das Stadtbild an dieser wichtigen Stelle deutlich geändert. Die mehrwöchige Pflanzung hat der Platzmitte ihr künftig prägendes grünes Motiv gegeben. Die vormals nur als Visualisierung in den Raum gestellte Vision ist in beeindruckender Weise Realität geworden.

Ein mutiges Signal

Jeden Tag haben sich viele Kasseler Bürgerinnen und Bürger vor Ort ein Bild gemacht. Auch die Berichterstattung in den Medien hat das Projekt weit über die Stadtgrenze hinaus bekannt gemacht. „Die Pflanzung so vieler großer Bäume an einer Stelle ist nicht nur für die Stadt Kassel einzigartig, sondern sorgt über Hessen hinaus für Aufsehen“, sagt Volker Lange, Leiter der Freiraumplanung beim Umwelt‐ und Gartenamt. „Es zeigt, welche Bedeutung das städtische Grün für uns in Zeiten des Klimawandels hat. Und es ist vielleicht auch ein Signal an andere Kommunen, ebenso mutig daran zu arbeiten, wieder mehr Platz für Bäume zu schaffen.“

Gruppenbild mit Kiefern: Im Namen der Stadt Kassel bedankte sich Oberbürgermeister Sven Schoeller bei den Mitarbeitenden der Firmen Opitz und Bickhardt Bau sowie der Baumschule von Ehren, den Planerinnen und Planern sowie den Fachleuten der beteiligten Ämter der Stadt Kassel für die großartige Bauleistung und die gute Zusammenarbeit. Foto: Stadt Kassel /Andreas Fischer.

Anfänglich Skepsis, jetzt Vorfreude

„Der Platz hat binnen eines Monats Flair bekommen. Mit der Pflanzung der Kiefern wird die Neugestaltung des Platzes nun deutlich sichtbar“, freut sich Oberbürgermeister Sven Schoeller. „Es ist beeindruckend zu erleben, wie sich das Bild des Brüder‐Grimm‐Platzes in den letzten Wochen verändert hat. Damit meine ich nicht nur das tatsächliche Erscheinungsbild, sondern auch das Meinungsbild. Die vielen positiven Reaktionen rund um die Auftaktveranstaltung mit der Mini‐Kiefern‐Verschenk‐Aktion am 2. Oktober haben bereits gezeigt, wie groß die Vorfreude bei den Kasseler Bürgerinnen und Bürgern ist. Jetzt sind wir wieder einen riesigen Schritt weiter und ich habe das Gefühl, das Projekt hat in diesen letzten Wochen unglaublich viele neue Freundinnen und Freunde bekommen.“

Logistische Herausforderung

Aufgrund ihrer Größe hat der Transport der Kiefern von der Baumschule Lorenz von Ehren in Norddeutschland nach Kassel besondere Anforderungen an die Logistik gestellt. Die Anfahrtswege über mehrere hundert Kilometer sind ebenso wie die Strecke durch das Stadtgebiet vorabgestimmt und in den Zeitplan eingetaktet gewesen. Hunderte Kubikmeter Boden hat die mit den Bauarbeiten beauftragte Firma Bickhardt Bau auf dem Platz verteilt.

Die Pflanzgruben innerhalb des künftigen Baumrunds wurden sukzessive vorbereitet und in der erforderlichen Größe mit dem vorgegebenen Substrat ausgestattet. Die auf Großbaumpflanzungen spezialisierte Firma Opitz hat dann schließlich vor Ort die Bäume übernommen und die fachgerechte Pflanzung mit ihren Spezialfahrzeugen und vor allem mit größter Routine erledigt. Dies erfolgte jeden Tag unter der Bewunderung vieler großer aber auch vieler kleiner Zuschauerinnen und Zuschauer.

Wie wurden die Kiefern gesichert?

Damit die Kiefern stabil stehen und sicher anwurzeln können, sind die Bäume mit einer unterirdischen Ballenverankerung eingebaut worden. Sie fixiert den Wurzelballen eines neu gepflanzten Baumes unsichtbar im gewachsenen Boden. Zusätzlich werden einzelne Bäume gruppenweise miteinander durch Stahlseile im Kronenbereich verbunden. Diese zusätzliche Sicherung soll insbesondere in der Anwuchsphase für eine hohe Standsicherheit sorgen.

Die jetzt gut sichtbaren Gießränder sind für eine optimale Bewässerung der Bäume in den ersten Jahren erforderlich und werden erst vor der finalen Staudenpflanzung eingeebnet. Damit sich der neue Brüder‐Grimm‐Platz aber schon im nächsten Jahr zur documenta mit einem blühenden Teppich präsentieren kann, erfolgt im Frühjahr 2027 eine Einsaat mit Blumen und Kräutern, die dann auch Bienen und anderen Insekten Nahrung bietet.

Was für eine Verwandlung: Das Stadtbild hat sich an dieser Stelle deutlich geändert. Die Kiefern schirmen den Verkehr der Wilhelmshöher Allee ab und erhöhen die Attraktivität der umliegenden Platzfläche. Wenn die Umgestaltung im kommenden Jahr pünktlich zur documenta fertiggestellt ist, wird der Brüder‐Grimm‐Platz in seiner Funktion als Entree für die „innerstädtische Museumsinsel“ Einheimische wie Touristen zum Aufenthalt und zur Begegnung einladen. Foto: Stadt Kassel/Andreas Fischer.

29.10.2026
Pressemeldung:
Stadt Kassel

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