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    Direkter Kontakt:

    Klaus Schaake
    Tel. 0561 – 475 10 11
    post@mittendrin-kassel.de

     

    Gefördert bis Ende 2019 durch:

    Windenergieanlagen ja, aber nicht um jeden Preis und auf keinen Fall im Reinhardswald!

    Zwei Positionen: Pro und Contra Windanlagen im Reinhardswald.

    Contra-Meinung von Hermann-Josef Rapp.

    Die Energietransformation wird die deutsche Landschaft verändern wie keine andere infrastrukturelle Maßnahme zuvor. Die radikale Zunahme des Maisanbaus, verbunden mit der ethischen Frage „Tank gegen Teller“, der Zubau von Fotovoltaikanlagen im Freiland, aber besonders der Bau der immer höher werdenden Windenergieanlagen greifen massiv in unsere Naturräume ein. Davon ist unsere ökologische Grundlage ebenso betroffen wie die Ästhetik unseres Naturraums.

    Momentan stehen in der Bundesrepublik etwa 30.000 Windräder. Wird der jetzige Stromverbrauch komplett auf regenerative Energieformen umgestellt, wird sich diese Zahl mehr als verdoppeln müssen. Und wenn dann im Zuge der Dekarbonisierung der Mobilität und der Wärmeerzeugung weitere Energiebereiche auf Alternativen umgestellt werden, wird eine Zahl von 100.000 und mehr Anlagen notwendig sein. Nach Abschluss dieses Prozesses wird Deutschland nicht wiederzuerkennen sein.
    Dagegen regt sich massiver Widerstand. Besonders in den reizvollen Mittelgebirgen und dann, wenn Waldgebiete in Mitleidenschaft gezogen werden.
    Das ist auch so im Reinhardswald, der durch seinen anerkannt hohen Stellenwert z. B. als „Schatzhaus der europäischen Wälder“ oder „Märchenwald der Brüder Grimm“ in der bundesweiten Diskussion über Windräder im Wald zum Maßstab geworden ist. In der Regionalplanung sind zwei Prozent der Landesfläche als Vorrangflächen für Windenergieanlagen vorgesehen. Das erscheint harmlos, ignoriert aber, dass die 250 Meter hohen Anlagen optisch wirken, soweit das Auge reicht. Das ist bei Fotovoltaik oder Mais anders.

    Entwertung des gesamten Waldareals
    Ebenso zerstören der Löcherfraß der Einzelstandorte und dann besonders die notwendige schwerstlastfähige Infrastruktur für die Logistik nicht nur den jeweils einen Hektar Stellfläche, sondern entwerten das gesamte betroffene Waldareal eines Windparks im Sinne der ökologischen Bedeutung und der Multifunktionalität des Waldes. Im Reinhardswald sind sieben Vorrangflächen mit einer Flächengröße von 2.028 Hektar vorgesehen. Das sind rund 10 % des Waldgebietes. In einem ersten Antrag sind 18 Anlagen im Genehmigungsverfahren. Sollten alle Vorhaben realisiert werden, werden bis zu 60 und mehr Anlagen entstanden sein.

    Der Reinhardswald hat ab 2018 sein Gesicht wesentlich verändert. Stürme, Borkenkäferbefall und Dürre haben ihm eine Folge gravierender Schadereignisse mit einem Anfall von 1,3 Millionen Kubikmetern Holz beschert. Dadurch sind rund 3.160 Hektar Kahlflächen entstanden. Die Windkraftplaner argumentieren, dass die Anlagen vornehmlich auf diesen Kahlflächen entstehen sollen, die ja eigentlich kein Wald mehr seien. Das ist ein Irrtum. Wald bleibt Wald, egal wie alt er ist. Seine Funktionsfähigkeit für die Wassergewinnung, die Erholung, die Ökologie, das Landschaftsbild und auch für die Kohlenstoffbindung bleibt erhalten. Dazu kommt eine unfaire Irreführung. Sämtliche Standorte für die Anlagen wurden vor den Katastrophen ausgewählt. Damals herrschten dort noch normale waldbauliche Verhältnisse.
    Aber eine andere Sache hat ihre Gültigkeit verloren. Zu einem Bauantrag gehört eine umfangreiche Sammlung von Gutachten unterschiedlichster Art. Besonders wichtig sind dabei die ökologischen Papiere wie die Erhebungen zur Flora und Fauna. Im Reinhardswald sind diese grundlegend bedeutsam. Und diese Erhebungen sind praktisch alle vor dem Eintritt der Katastrophen gemacht worden. Ihr Aussagewert ist, man kann es ruhig so sagen, wertlos. Mit kleineren Updates lässt sich dieser Tatbestand nicht aus der Welt räumen. Fest steht, dass sich die ökologischen Verhältnisse hier wesentlich geändert haben und in Folge noch weiter verändern werden.

    Landschaften für die Nachwelt erhalten
    Bei den Windkraftplanungen sind in Nordhessen einige Naturräume geschont worden: der Nationalpark Kellerwald, die Hohe Rhön, der Hohe Meißner und der Habichtswald im Umfeld des Herkules. Die Bürgerinitiativen im Reinhardswald konstatieren, dass auch er die Kriterien für eine Freihaltung von Windrädern erfüllt. Die Gründe sind umfassend:
    ein nahezu unzerschnittenes Waldgebiet von etwa 20.000 Hektar Größe, kostbarer denn je, ein Paradies der Ruhe, für die Naturerholung sowie die Umweltbildung, vollständig „historisch alter Wald“, nicht zu verwechseln mit alten Bäumen, 7.445 Hektar Schutzgebiete (37 % der Waldfläche), anspruchsvolles Arteninventar von der Wildkatze bis zum Kranich, hoher Wildnischarakter, ein Wald voller Archäologie und mit einer Fülle von Baudenkmälern und Zeugen der Geschichte wie beispielhaft die Sababurg und den Tierpark Sababurg, ein eindrucksvolles Landschaftsbild und in Kombination mit dem Wesertal ein Vorzugsraum der Sonderklasse. Solche Landschaften müssen für die Nachwelt erhalten bleiben.
    All das, nun inzwischen unter dem Zeichen eines Naturparks, ist eine nachhaltig nutzbare Lebens- und Entwicklungsgrundlage mit Wertschöpfungspotenzial. Aber Windenergieanlagen passen in dieses Konzept nicht hinein.

    Pro-Meinung

    Pro-Meinung von Helga Weber, ehrenamtlichen Stadträtin der Grünen und Mitglied im Vorstand der Bürger Energie Genossenschaft Kassel & Söhre eG  lesen Sie >> hier

    02.06.2022

    Hermann-Josef Rapp, pensionierter Forstbeamter, seit 1972 in Reinhardshagen. In Wort, Schrift und durch zahlreiche Exkursionen unermüdlicher Werber für Wald, Natur, Naturschutz, Nachhaltigkeit, die Region und deren Entwicklung.


    Auch in der StadtZeit 109, April/Mai-Ausgabe zu lesen >> hier

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