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    Direkter Kontakt:

    Klaus Schaake
    Tel. 0561 – 475 10 11
    post@mittendrin-kassel.de

     

    Gefördert bis Ende 2019 durch:

    Book Ban in den USA und die Gefahr dahinter

    Seit 2020/2021 ist eine ganze Welle ausgebrochen der sogenannten Book Bans. Allein zwischen 2020 und 2021 wurde laut dem Autorenverband PEN America, 1.648 Bücher aus Schulen und Schulbibliotheken verbannt. Aber sind diese Bücher wirklich so gefährlich und was steckt hinter der Book Ban Welle?

    Leider sind es keine Einzelfälle, bei den betroffenen Büchern handelt es sich meist um gesellschaftsrelevante Themen wie Rassismus, Geschlechterrollen oder historische Gewaltverbrechen, wie zum Beispiel Sklaverei.

    Grundlagen des Book Bans in den USA
    Dabei stellt sich die Frage was ein Book Ban eigentlich ist?

    Bei Book Bans handelt es sich um ganz bewusste Bestrebungen, ganz bestimmte Bücher aus Schulen und Schulbibliotheken zu verbannen also dauerhaft entfernen zu lassen. Bücher die gesellschaftliche Problematiken behandeln wie Rassismus, Misogynie oder historische Gewaltverbrechen wie die Sklaverei, werden oft häufig Opfer der Book Bans. Oft geschieht dies unter dem Deckmantel diese Bücher seien unangemessen, nicht altersgerecht, ideologisch oder zu woke. Die Initiatoren solcher Book Bans sind häufig Eltern von Schülern, politische Befürworter der Book Bans( häufig Republikaner) oder auch Schulbehörden. „Red. States“ also mehrheitlich republikanische Staaten wie Texas oder Florida werden häufiger Opfer von Book Bans.. Häufig passiert dies um den Zugang zu diesen Büchern zu erschweren, da diese eventuell andere Perspektiven oder Werte aufzuzeigen, wie zum Beispiel das schwarze Menschen, extremen Rassismus in den USA erleben, die nicht in das eigene Weltbild passen.

    Besonders diese besorgnisergehende Entwicklung der Welle der Book Bans der letzten Jahre macht es zu einer gesamtgesellschaftliche Problematik und von hoher Relevanz, nicht nur für die USA sondern weltweit.

    Denn der Book Ban in den USA zeigt wichtige Strukturen auf, mit denen man sich befassen sollte, wie beispielsweise die Meinungsfreiheit die durch den Book Ban enorm eingeschränkt wird und auch die Bildung leidet unter dem Book Ban enorm, denn wenn Klassiker und zeitgenössische Literatur, die wichtige gesellschaftliche Problematiken beleuchten, auf einmal vom Lehrplan oder der Schulbibliothek verschwindet, leidet die Bildung der Schüler enorm darunter. Auch wenn es schon vor 2020 Book Bans in den USA gab, ist doch die richtige Welle der Book Bans ist erst in 2020 ausgebrochen, das legt auch die Organisation PEN America nahe. Auch wenn Swing States oder gar Blue States, Opfer von Book Bans werden können, sind es meist Red States wie zum Beispiel Texas oder Florida, die Opfer von Book Bans werden. Zum Beispiel wurde 2022 unter den Stop-Woke Act in Florida, das Buch The Hate U Give wegen angeblicher „Polizeifeindlichkeit“ verbannt. Und auch in anderen Bundesstatten, vor allem in den Red States, sind ähnliche Book Bans geschehen. Der „Stop Woke Act“ war dabei ein Wendepunkt bei den Book Bans. Das Gesetz wurde von Gouveneur Ron DeSantis eingeführt und trat Juli 2022 in Kraft und verbot Lehrern an öffentlichen Schulen und Universitäten, Schülern und Studenten Inhalte zu unterrichten die eventuelle„ Schuldgefühle“ oder „Unbehagen“ aufgrund von Hautfarbe, Herkunft oder Geschlecht auslösen könnten, darunter würden demnach beispielweise Rassismus, Großteil der amerikanischen Geschichte, Kolonialismus, Sklaverei, Jim Crow Gesetze, Racial Segregation, die Geschichte der Emanzipation der Frau und Misogynie von Lehrkräften nicht mehr unterrichten werden dürfen. Der Grund von dieser Gesetzgebung sei das man damit verhindern möchte das Kinder durch die Thematiken wie Rassismus und Misogynie  „ideologisch beeinflusst“ würden. Noch eine viel größeren Einfluss auf die Book Bans hat „Project 2025“. Während der „Stop Woke Act“ nur Florida traf und es sich dabei um ein einzelnes Gesetz handelt, ein Gesetz das von Universitäten, durch Gerichtsentscheidungen blockiert wurde, ist es bei „Project 2025“ ganz anders, denn dabei handelt es nicht um ein einzelnes Gesetz und auch trifft es nicht nur ein Bundesstaat sondern, um ein politisches Projekt, das maßgeblich initiiert wurde von Paul Dans und Steven Groves, getragen von der Heritage Foundation und unterstützt durch zahlreiche Mitwirkende aus der Trump-Administration und seinem Wahlkampfteam sowie über 110 konservative, nationalistische und ultrarechte Organisationen. Entwickelt wurde es vor der US-Präsidentschaftswahl 2024. Das Projekt beschreibt dabei detailliert wie eine künftige republikanische Regierungen ganze Behörden, Bildungsinstitutionen und Kulturprogramme umgestalten könnte.

    Foto: PEN America Index of School Book Bans

    Dies betrifft im Bildungssektor dann auch Book Bans und zwar dann nicht mehr lokal sondern landesweit. Diese Entwicklungen zeigen auf das es nicht mehr länger bloß vereinzelte Elternverbände oder vereinzelte Politiker sind sondern ein landesweites Problem. Book Bans sind dabei ein Machtinstrument, welches systematisch Meinungsfreiheit und Bildung angreift, weil sie nicht in ihre persönliche Agenda passen. Die Folgen davon sind gravierend, Schüler verlieren ein großen Teil ihrer Bildung vor allem in Fächern wie Geschichte oder Sozialkunde wenn Bücher verschwinden die, den Kolonialismus, Sklaverei, Bürgerrechtsbewegungen, Jim Crow Gesetze, Racial Seperation, Holocaust, Rassismus, Geschlechterrollen und Misogynie, auf einmal nicht mehr behandelt werden. Doch die Schüler werden nicht nur ihrer wertvollen Bildung beraubt, nein zusätzlich werden Minderheiten unsichtbarer und Schüler die zu diesen Minderheiten gehören,  wird ihnen ihre  Perspektive beraubt, denn wenn Minderheiten unsichtbarer werden, könnte es eventuell irgendwann als „zu woke“ gelten das man ihre Diskriminierung in der Gesellschaft anerkennt. Auch nimmt man männlichen, weißen Schülern ohne Migrationshintergrund die Chance weg, sich mit anderen Perspektiven in der Schule auseinandersetzen zu können, wenn auf einmal weibliche oder POC Perspektiven verschwinden. Auch kann es Folgen außerhalb der Schule haben, wie wenn z. B wenn Museen dazu gebrachte werden sollen nicht mehr aufzuzeigen wie schlimm die Sklaverei war sondern wie toll USA war und ist, da sonst alles andere „ zu radikal“ sei. Dies zeigt das Book Bans schon lange keine Begleiterscheinung sind sondern ein direkter Angriff auf Bildung und auch auf die diverse amerikanische Gesellschaft.

    Ursachen von Book Bans
    Jedoch um verstehen zu können, wie es zu dieser Welle der Book Bans kommen konnte, muss man nicht nur Folgen von ihnen betrachten, sondern auch die Argumente der Befürworter, dieser Book Bans muss man ebenfalls in die Betrachtung miteinbeziehen. Viele der Befürworter der Book Bans argumentieren, dass sie durch die Verbote, Schüler „schützen“ würden, da Themen wie Rassismus, Migration, historische Gewaltverbrechen oder Misogynie nicht altersgerecht wären, zu politisch seien oder zu woke wären. Elterngruppen wie Moms for Libberty mischen sich ganz aktiv in die Schulpolitik ein. Sie fordern den Verbot und die Entfernung dieser Bücher. Für sie geht es dabei auch nicht um einzelne Werke, sondern darum in Schulen, die „traditionellen“ Werte zu bewahren und Schüler vor Blickwinkel zu „schützen“, die ihren eigenen Überzeugungen widersprechen und zu diesen gehören unter anderem Rassismus und Misogynie. Dabei steckt hinter diesen Argumenten, viel mehr als es auf den ersten Blick scheinen mag. Die Befürworter wollen die Kontrolle über die Erzählung von gesellschaftsrelevanten Themen und von historischen Fakten. Die Realität gefällt ihnen nicht, da sie nicht in ihr Weltbild passt, daher möchten sie lieber ihre Version erzählen und sie möchten dass die Schüler die Realität nicht zu hören bekommen sondern ihre Version erzählt bekommen hören und sogar deren Ansicht übernehmen ,deshalb verbannen sie auch Bücher, die strukturellen Rassismus, historische Gewaltverbrechen, Emanzipation oder Misogynie behandeln. Bildung wird somit zu einem Instrument, mit dem nicht mehr die Fakten beigebracht werden sollen, sondern die eigene politische Ideologie mit dem Ziel der Sicherstellung des ultrakonservativen Weltbildes in Schulen, bei den Schülern und der Gesellschaft. Eine große Rolle dabei spielen Ängste der Befürworter. Die zunehmende Sichtbarkeit von People of Color, die kritische Auseinandersetzung mit der amerikanischen Geschichte und die Förderung von Geschlechtergerechtigkeit werden als Bedrohung für die eigene Identität und für das traditionelle Weltbild empfunden. Inhalte über Rassismus oder Geschlechtergerechtigkeit gelten als „zu woke“ und werden deshalb oft zur Zielscheibe. Diese Perspektive zeigt auf das es bei Book Bans schon lange nicht mehr eine Sache der Lokalität sind, sondern ein landesweiter und kultureller Machtkampf, der systematisch die Meinungsfreiheit und den Zugang zu Bildung stark beeinflusst und damit auch die gesamte amerikanische Gesellschaft prägt.

    Fallbeispiele: Banned Books in USA 2025
    Dabei wird ersichtlich, dass Book Bans, ganz gezielt Werke angreift, die kritisches Denken fördern, gesellschaftliche Missstände beleuchten, die Perspektive von Frauen und Minderheiten aufzeigen oder die amerikanische Geschichte kritisch beleuchten. Die folgenden Fallbeispiele zeigen, warum gerade diese Titel ins Visier der Book Bans geraten sind welche fatalen Auswirkungen das auf die amerikanische Schulbildung und Gesellschaft hat.

    1984 von George Orwell, ein Klassiker der dystopischen Literatur, der 1949 erschienen ist. In diesem Klassiker geht es um eine totalitäre Regierung, in der Überwachung und Propaganda zum Alltag gehört. 1984 regt Schüler an, sich Gedanken zu machen über Macht, Kontrolle und individuelle Freiheit. Und genau deshalb ist es ins Visier geraten, denn die Befürworter argumentieren, dass Schüler nicht mit Inhalten konfrontiert werden sollten, die bestehende Machtstrukturen infrage stellen oder sich kritisch damit auseinandersetzen sollten.

    Auch Animal Farm von George Orwell, ein politisch satirischer Klassiker der Weltliteratur, der 1945 veröffentlicht wurde, ist ins Visier geraten. Es zeigt die Geschichte von Tieren die auf einer Farm leben und zeigt durch diese Fabel auf, wie Korruption und Machtmissbrauch funktionieren. Doch die Befürworter der Book Bans fürchten sich davor, dass dieser Klassiker, die Schüler anregen könnte politische Autoritäten zu hinterfragen oder kritisch zu sehen. Sie sehen die Kritik von Orwell sogar als gefährlich an. Dabei sagte sogar die Bibel in Prediger Kapitel 8, Vers 9: „Ein Mensch herrscht über den anderen zu seinem Schaden“. Daher aus christlicher Sicht, Gott lässt zu das es menschliche Herrscher, da ohne jegliche politische Autoritäten, die Welt im Chaos ausbrechen würde, doch spricht sie selbst davon das ein menschlicher Herrscher, Schaden über andere bringt und der Mensch sehr wohl korrupt sein kann und seine Macht missbrauchen kann und seine Regierungen den anderen schadet. Daher ist es widersprüchlich, wenn konservative „Christen“ sich für die Verbannung für Werke wie für Animal Farm einsetzen. Die Folge für die Schüler kann fatal sein, wenn sie sich nicht kritisch mit Korruption und Machtmissbrauch auseinandersetzen können und nicht erkennen können, wann das der Fall ist bei einem Politiker.

    Auch wenn einige Initiatoren der Book Bans, sich Christen nennen, ist selbst die Bibel, in einigen Schulen zum Beispiel in Utah in 2023, auch Opfer der Book Bans geworden, unter dem  Vorwand es sei „zu anstößig“, „nicht altersgerecht“ oder gar „zu ideologisch“. Für die Schüler hat es zur fatalen Folge, das damit aktiv die Religionsfreiheit von Schülern angegriffen wird und auch Schüler die Interesse dran haben, die Möglichkeit ihnen dazu genommen wird. Und auch wenn die Bibel nicht im ganzen Land verbannt wurde an Schulen, ist es auch dann ein Problem wenn es in nur vereinzelten Staaten passiert, da dies die die Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit, die konstitutionell festgeschrieben sind, angreift.

    Auch The Hate you give, ein gesellschaftskritischer Roman von Angie Thomas der 2017 veröffentlich wurde ist ins Visier der Book Bans geraten. Es beleuchtet die Themen Rassismus, Polizeigewalt und zeigen damit die Lebensrealität vieler PoC Schüler. Befürworter der Book Bans werfen dem Buch vor „anti-polizeilich“ zu sein. Doch in Wirklichkeit ist das Buch nicht Anti-Polizei, denn es wurden nicht alle Polizisten pauschal verurteilt, noch wurde die Institution Polizei infrage gestellt sondern es wurde über einenalltäglichen Missstand aufgeklärt der für gerade Schwarze Menschen, Lebensrealität ist, um zum Nachdenken anzuregen, damit Polizeigewalt gegen Schwarze nicht mehr alltäglich ist. Auch hat es für die Schüler die fatale Folge, das gerade weißen Schülern die Lebensrealität von PoC Schülern verwehrt wird und damit ihnen es genommen wird zu lernen soziale Gerechtigkeit oder eben Ungerechtigkeit zu reflektieren und Empathie entwickeln zu können.

    Diese Fallbeispiele verdeutlichen ganz klar das Book Bans ganz gezielt Werke trifft die kritisches Denken, gesellschaftliche Phänomene und Perspektiven von marginalisierten Gruppen vermittelt. Dies bleibt nicht folgenlos denn dadurch kann die Bildung nicht mehr faktenbasiert bleiben, da unbequeme Fakten zensiert werden und es auch auf die Fähigkeiten wie kritisches Denke, Entwicklung gesellschaftlichen Bewusstseins und Fähigkeit historische und soziale Zusammenhänge zu verstehen sowie Empathie empfinden zu können.

    Dieses Foto ist KI-generiert.

    Die Folgen für die Meinungsfreiheit und Bildung
    Die Verbannung von Büchern hat fatale Folgen für die Meinungsfreiheit und Bildung. Die Gegner der Book Bans argumentieren, das die Verbannung von Literatur, die kritische Auseinandersetzung mit Geschichte oder gesellschaftskritische Inhalte thematisiert, massiv die Bildung und Meinungsfreiheit einschränkt und sie fürchten dass Schüler nur noch ein ideologisch infiltriertes Bild von Dingen und Sachverhalten erhalten, ohne die ganzen Fakten dazu kennen und sich eine fundierte Meinung bilden zu können oder nicht vernünftig über gewisse Themen wie z. B die amerikanische Geschichte, gebildet werden können, da sie nur eine geschönte Version erhalten. Bildungsorganisationen wie zum Beispiel PEN America aber auch Lehrkräfteverbände und Menschenrechtsgruppen kritisieren, dass Book Bans die Prinzipien freier Bildung untergraben, da sie bewusst bestimmte Perspektiven von Frauen oder PoC unsichtbar machen. Auch Schüler kritisieren das die Verbannung zentraler Werke der Zugang zu wichtigen Themen wie Rassismus, Geschlechtergerechtigkeit und historische Gewalt verlieren und sie damit die Möglichkeit verlieren unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und reflektiertes Verständnis gesellschaftlicher Zusammenhänge zu entwickeln. Die Problematik wird noch deutlicher, wenn man es aus dem globalen Kontext betrachtet: die USA ist eine Weltmacht sowie gelten sie als Vorbild in Bildung und Meinungsfreiheit und wenn jetzt in die Bildung derartig eingriffen wird, kann es auch international Folgen haben, denn Internationale Bildungseinrichtungen beobachten die Entwicklung mit Besorgnis da sie befürchten, dass politische Ideologien zunehmend den Lehrplan bestimmen und die Freiheit des Denken einschränkt. Aus einer journalistischen Sicht erscheinen besonders kritisch die Absichten hinter den Book Bans: Sie gehen weit über den Schutz vermeintlich „unangemessener“ Inhalten hinaus, stattdessen werden sie zum Werkzeug von Kontrolle. Die bewusste Ausblendung gewisser Perspektiven (wie z. B PoC oder Frauen) kann langfristig auch das gesellschaftliche Bewusstsein beeinflussen, ein verzerrtes Geschichts- und Weltbild fördern sowie Empathie einschränken. Dies zeigt das Book Bans keineswegs harmlos sind, sondern aktiv die faktenbasierte Bildung angreifen.

    Fazit
    Die Auseinandersetzung mit dem Thema der Book Bans in den USA zeigen auf dass es schon lange nicht mehr um einzelne Bücher geht, sondern um die systematische Kontrolle welche Perspektive in Schulen und Schulbibliotheken weiterhin sichtbar bleiben dürfen und welche halt nicht mehr (z. B Frauen, PoC oder ungeschönte Realität der amerikanischen Geschichte). Die Folgen davon für Bildung, Meinungsfreiheit und gesellschaftliches Bewusstsein sind fatal und äußerst gravierend, denn Schüler verlieren dadurch den Zugang zur faktenbasierten Bildung, zu Perspektiven von Frauen und anderen marginalisierten wie zum Beispiel PoC und die Schüler verlieren damit die Möglichkeit ein differenziertes und faktenbasiertes Bild von Geschichte und Gesellschaft entwickeln zu können. Auch könnten sie dadurch auch die Fähigkeiten der nicht-selektiven Empathie verlieren gegenüber Menschen, die anders sind als sie wenn sie deren Perspektive nicht mehr erfahren und auch nicht mehr die faktenbasierte Bildung erlernen wie zum Beispiel die ungeschönte Realität der amerikanischen Geschichte. Besonders besorgniserregend und kritisch ist dabei die meistgebrauchte Argumentation dass dies für den Schutz der Schüler sei, auch wenn die Wirklichkeit eine andere ist: Man möchte Schüler „schützen“ nicht konfrontiert zu werden mit Dingen und Sachverhalten, die nicht in das eigene Weltbild passen, wie beispielweise Aufklärung über die Diskriminierung von Frauen & PoC. Etwas das auch außerhalb der Schule Auswirkungen hat, wie in etwa, dass Diskriminierung oder Sichtbarkeit nicht länger sichtbar oder gar irrelevant wird von marginalisierten oder ein Museum geschädigt wird, weil es die amerikanische Geschichte mit der Sklaverei aufzeigt, wie es war, statt zu propagieren, wie großartig Amerikas Geschichte war. Abschließend lässt sich sagen das Book Bans weitreichende Auswirkungen, die nicht lokal sind, sondern landesweit, die auch international eine Resonanz hinterlassen. Bildung darf kein Werkzeug von Indoktrination sein, sondern muss faktenbasiert sein sowie kritisches Denken und Empathie fördern. Die aktuellen Entwicklungen in den USA zeigen eindrücklich das Book Bans nicht harmlos sind, sondern die Bildung, Meinungsfreiheit und die Perspektive von marginalisierten angreifen.

    16.01.2026

    Autorin:
    Viktoria Eirich

    Dieser Text entstand im Rahmen des Seminars „Journalistisch Arbeiten, crossmedial Publizieren“ im Sommersemester 2025. Die fächerübergreifende Lehrveranstaltung ist ein Angebot des Bereichs Servicelearning der Universität Kassel.
    Prof. Dr. Sabine Ruß-Sattar, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, und Dipl-Ing. Klaus Schaake, Journalist und Medienmacher, begleiteten das Seminar.

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