Demo-Bündnis fordert Energiewende

Am vergangenen Freitag demonstrierte in Kassel ein breites Bündnis aus Klima- und Mieterschutzorganisationen gegen die aktuelle Energiepolitik der Bundesregierung. Unter dem Motto „Energiewende verteidigen – Gaskostenfalle stoppen“ forderten die Teilnehmenden einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien und warnten vor massiven Mehrbelastungen für Mieter durch das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz.

Am Freitag, dem 24. April, haben Klima-, Energie- und Mieterschutzorganisationen aus Stadt und Landkreis Kassel eine Demonstration unter dem Titel „Energiewende verteidigen – Gaskostenfalle stoppen“ veranstaltet. Als Teil des bundesweiten Aktionstags von Fridays for Futute protestierten sie gegen die Plände der Bundesregierung, weiter an Öl und Gas festzuhalten und die Energiewende auszubremsen. Der Demozug startete um 16 Uhr am Hauptbahnhof. In Kassel wurde er von einem großen Bündnis aus den lokalen Gruppen von Students for Future, Scientists for Future, Parents for Future, Greenpeace, BUND, sowie Klimagerechtigkeit Kassel, der Bürger Energie Genossenschaft Kassel & Söhre, Solocal Energye.V., dem AStA der Universität Kassel und dem Mietebund Nordhessen getragen.

Sie kritisieren, dass CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche für die Gaslobby und gegen die Interessen der Menschen arbeite. Mit den von ihr geplanten Rückschritten im EEG droht der weitere Ausbau von Wind- und Sdolaranlagen einzubrechen. Außerdem will die Regierung weitere neue Öl- und Gasheizungen erlauben – die geplanten Änderungen im Gebäudeernergiegesetz (jetzt Gebäudemodernisierungsgesetz) würden die gesetzlich festgeschriebenen Klimaziele unerreichbar machen und drohen zur Kostenfalle insbesondere für Mieterinnen und Mieter zu werden. Um unabhängig von teuren und klimaschädlichen fossilen Energien zu werden, drängt das Demonstrationsbündnis auf eine weiter forcierte Energiewende in Nordhessen.

„Die  geplanten Änderungen im Erneuerbare Energien Gesetz und im Netzpaket  werden den Weg Nordhessens zu einer energieautarken, wirtschaftsstarken und unabhängigen Region ausbremsen. Der Zubau von Solaranlagen auf Dächern wird sich deutlich verringern; weitere Investitionen in neue Windkraftanlagen durch regionale Stadtwerke und Bürgergenossenschaften sind nicht mehr möglich, weil das finanzielle Risiko extrem zunimmt. Damit wird auch die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, die die Energiewende so erfolgreich gemacht hat, ausgebremst“, so Helga Weber für die Bürger Energie Genossenschaft Kassel & Söhre.

„Das Eckpunktepapier zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) beinhaltet eine Abkehr vom notwendigen Transformationsprozess. Der Ersatz von alten Öl- und Gasheizungen ohne Vorgaben zur CO2-Reduktion ist nicht nur eine Katastrophe für den Klimaschutz, sondern wälzt zudem die entstehenden Mehrkosten auf die Mieterinnen und Mieter ab. Statt Energiekosten einzusparen werden gerade diese Kosten explodieren“ stellt Harald Kühlborn, der Vorsitzende des Mieterbundes Nordhessen, fest.

„Die Bundesregierung scheint den Ernst der Lage, auch gerade vor dem Hintergrund des Nahost-Konflikts zu ignorieren: wer in einer derart brisanten geopolitischen Lage auf verstärkte Abhängigkeit von fossilen Energieträgern setzt, vergrößert die Verletzbarkeit von Bevölkerung und Wirtschaft statt aus der Erfahrung der Krisen und Kriege der letzten Jahre die richtigen Schlüsse zu ziehen.“ (fff)

„Mit diesen Vorhaben der Bundesregierung wäre auch das Ziel der Stadt Kassel, so schnell wie möglich klimaneutral zu werden – nach Beschluss der Stadtverordnetenversammlung Kassel bis 2030 – nicht mehr erreichbar. Im Gegenteil: Die dringend erforderliche Energiewende, die die Klimakatastrophe verhindern soll, soll massiv ausgebremst werden.“ (KSR).

Langfristig sicher und bezahlbar wird unsere Energieversorgung nur mit Erneuerbaren!

Und deren Ausbau muss schnell und umfangreich vorangebracht werden. Unsere Region hat das Potenzial, hier so viel Energie aus Sonne und Wind zu ernten, dass der Umstieg auf eine CO2-freie Wirtschaft und Gesellschaft machbar ist.

Foto: Christina Hein

30.04.2026

Pressemeldung:
Bürger Energie Kassel & Söhre

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