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Iryna Sauerwald
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Iryna Sauerwald2026-01-22 16:23:172026-01-23 07:41:07BOCKWURSCHTBUDE + LOST LYRICS in Goldgrube KasselKühle Pfade – neue Perspektiven
Wer ans Wandern im Winter denkt, denkt oft an verschneite Wege und weiße Landschaften. In Nordhessen ist Schnee jedoch nicht immer garantiert. Auch ohne Schneedecke ermöglicht die kalte Jahreszeit Winterwanderungen, die Körper und Geist beleben und die Umgebung aus neuer Perspektive zeigen.
Winterwandern bedeutet nicht zwingend Schneeschuhabenteuer oder
weiße Landschaften. Erik Neumeyer, Wandertourismusberater aus Kassel erklärt: „Dieses klassische Bild vom Winterwandern mit Schnee ist nur das i-Tüpfelchen. Aber auch ohne Schnee lässt sich die Umgebung neu entdecken.“ Wer Sommerwanderwege im Winter erneut erkundet, entdeckt die Landschaft neu. Ohne Laub an den Bäumen öffnen sich freie Sichtachsen über Berghänge und bisher verborgene Aussichtspunkte werden sichtbar. Vereiste Bäche und gefrorene Stege verändern die Wahrnehmung der Landschaft und lassen Strukturen und Lichtreflexe intensiver wirken. Selbst bekannt Pfade erscheinen dadurch anders, fast so, als entdeckte man die Natur erneut. Liegt
Schnee, verändert sich zusätzlich die Akustik, da er den Schall schluckt und die Geräusche dämpft.
In höheren Lagen zeigt sich manchmal zu frühen Stunden ein Nebelmeer im Tal, über dem sich die Sonne erhebt. „ Von oben hinunter zu gucken fühlt sich an, als würde man über den Wolken stehen – das ist ein ganz besonderes Erlebnis“, sagt Erik Neumeyer.

Foto: Erik Neumeyer
Wärmende Belohnung nach kühlen Stunden
Im Winter rückt das Gehen selbst stärker in den Vordergrund. Die Überwindung, bei niedrigen Temperaturen hinauszugehen, belohnt Körper, Geist und Kreislauf: Motorik, Ausdauer und Psyche profitieren. Eine Wanderung eignet sich zudem als optimale Kommunikationsform. Gemeinsam unterwegs sein, dasselbe Ziel haben und die Gedanken durch die körperliche Bewegung in Bewegung bringen, erleichtert Gespräche und den Austausch.
Nach einer Wanderung sorgt Wärme für ein Gefühl der Belohnung. Ein Kaminfeuer oder eine heiße Mahlzeit in einer Hütte bietet Gelegenheit, Körper und Geist aufzuwärmen. „Das Schönste ist, sich zu bewegen und danach zu
belohnen, indem man sich das Licht, das draußen fehlt, drinnen holt“, so Erik Neumeyer. Besonders in Willingen oder auf dem Hohen Meißner bieten sich Hütten mit bewirtschafteter Gastronomie nach einer Wanderung auf den markierten und je nach Wetterlage geräumten Pfaden an. Für spezielle Panoramen bietet sich zudem der Alpenpfad bei Zierenberg im Naturpark Habichtswald an. Darüber hinaus lockt der Naturpark Habichtswald im Advent mit einem Märchenweihnachtsweg mit geschmückten Weihnachtsbäumen und Weihnachtsgeschichten.

Foto: Erik Neumeyer
Gut gerüstet unterwegs
Eine Wintertour erfordert mehr Vorbereitung als eine Wanderung zwischen Frühjahr und Herbst. Über festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung und einen Rucksack hinaus gehören ein warmes Getränk, Handy und eine Karte zur Orientierung zur Ausrüstung. Stöcke lassen sich bei Bedarf als Laufunterstützung einsetzen. Zur Vorbereitung gehören außerdem: Den Wetterbericht anschauen, die Laufstrecke und die Laufzeit planen und genügend Zeitpuffer einbauen. Da die hellen Tagesstunden begrenzt und Wege vermatscht oder vereist sein können, nehmen Routen häufig mehr Zeit in Anspruch. Zudem hilft der Zwiebellook bei der Balance zwischen einem auf gewärmten Körper in Bewegung und der schnellen Abkühlung in den Laufpausen.
Erik Neumeyer gibt zum Abschluss einen praktischen Tipp: „Fast alle markierten Wanderwege lassen sich auch im Winter nutzen. Wenn im Winter die Sonne scheint, wähle ich gerne offene Wege mit südlicher Ausrichtung. So tanke ich Energie durch die Sonne.“
07.01.2026
Diesen Artikel auch zu lesen in der StadtZeit-Ausgabe 126, Winter 2025/26, S. 35
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