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Iryna Sauerwald
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Iryna Sauerwald2026-02-05 06:44:222026-02-04 16:45:06How long is now?Tanzfestival EMBODIED_DISSENT
Vom 21. bis zum 25. Januar am Staatstheater Kassel
Vom 21. bis zum 25. Januar 2026 lädt „EMBODIED DISSENT – Festival des zeitgenössischen Tanzes in Kassel“ dazu ein, eine große Bandbreite schillernder und atemberaubender Bewegungsformen zu entdecken. Zu erleben sind die künstlerische Relevanz und Vielfalt der zeitgenössischen Tanztradition aus Israel mit ikonischen Tanz-Kreationen von TANZ_KASSEL, die gemeinsam mit prägenden israelischen Choreografen wie Hofesh Shechter, Eyal Dadon, Yossi Berg und Oded Graf entwickelt wurden. Hinzu kommen Choreografien von Roni Chadash, Michael Getman und Klil Ela Rotshtain sowie die Nachwuchsplattform 1|2|3 des Suzanne Dellal Centre for Dance and Theatre, Tel Aviv. Gemeinsam zeichnen diese Arbeiten ein choreografisches Bild davon, wie Körper auf Veränderung reagieren, wie Bewegung Erinnerung speichert und wie künstlerische Handschriften kulturelle Zugehörigkeit ausdrücken können – ohne auf plakative Aussagen reduziert zu werden.
Inmitten aktueller politischer Spannungen bietet das vom Staatstheater Kassel in Kooperation mit dem Suzanne Dellal Centre veranstalteten Festival Raum für differenzierte künstlerische Stimmen – jenseits nationaler oder politischer Zuschreibungen. Es versteht Tanz als Medium des Erinnerns, des Dialoges und des Widerstands, das gerade in krisenhaften Zeiten neue Perspektiven eröffnet. Künstlerische Ausdrucksformen spiegeln nicht automatisch politische Positionen wider. Die Choreograf:innen und Tänzer:innen, die an EMBODIED_DISSENT teilnehmen, unterstützen nicht notwendigerweise die Politik ihrer Regierung. Vielmehr vertreten sie ein breites Spektrum an Standpunkten – darunter auch kritische und widerständige.
Gerade in Krisenzeiten ist es entscheidend, unterschiedlichen und teils kontroversen künstlerischen Stimmen Gehör zu verschaffen. Kunst spiegelt den gesellschaftlichen Puls wider: Strömungen, Spannungen und Fragen, die in der Öffentlichkeit präsent sind. Sie darf nicht durch politische Vorgaben eingeschränkt oder durch Boykotte unterdrückt werden. Unterschiedliche künstlerische Perspektiven sind unverzichtbar – als Raum für Reflexion, Kritik und neue Sichtweisen. EMBODIED_DISSENT versteht sich als Plattform für genau solche Stimmen – zur Auseinandersetzung, zur Erfahrung und zum Austausch.
Zugleich ist EMBODIED_DISSENT eine Einladung, sich mit Bewegung auseinanderzusetzen, die berührt – nicht nur durch Lautstärke, sondern auch durch Nuancen. Nicht nur durch inhaltliche Behauptungen, sondern auch durch die schiere Präsenz im Raum. Ein Anlass für alle, die Tanz als Ort des Dialogs, der Aufmerksamkeit und der gemeinsamen menschlichen Erfahrung verstehen möchten. Tanz als Übergangsraum für Reflexion und Gespräch – in dem verschiedene Perspektiven nebeneinander bestehen dürfen und können.
TANZ_Mittwoch: Embodied Dissent – Tanz in Zeiten des Krieges – Körper im Widerstand
TANZ_KASSEL und die Deutsch-Israelische Gesellschaft eröffnen das Tanzfestival EMBODIED_DISSENT am Mittwoch, 21. Januar, mit einem Gespräch über Tanz und Körper in Zeiten von Krieg, Konflikt und gesellschaftlichem Wandel. Der Abend widmet sich der Frage, welche Rolle Kunst in Krisenzeiten einnimmt, stellt die Stimmen von Künstler:innen – insbesondere aus Konfliktregionen – in den Mittelpunkt und lädt zu Reflexion, differenziertem Verständnis und gegenseitiger Anerkennung ein.
Zu Gast auf dem Podium sind Niv Marinberg, der Künstlerische Leiter der renommierten Maslool School of Contemporary Dance, Tel Aviv, der Tanzwissenschaftler und Theologe Dr. Alexander Schwan, der an der FU Berlin das DFG-Forschungsprojekt „Theologies of Modern Dance“ leitet, und Dr. Gustavo Fijalkow, künstlerischer Leiter der FORWARD DANCE COMPANY am LOFFT, dem freien Produktionshaus in Leipzig.
Unter der Moderation des bekannten Kulturjournalisten Christian Gampert, der regelmäßig u.a. für den Deutschlandfunk über das Kulturleben in Israel berichtet, geht es an diesem Abend um die Frage, wie künstlerische Ausdrucksformen in krisenhaften Zeiten wirken – und wirken dürfen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Eskalationen im Nahen Osten und den damit verbundenen, teils sehr polarisierten Debatten auch hierzulande, wird deutlich: Die Stimmen von Künstler:innen, insbesondere aus der Region, sind wichtiger denn je. Sie tragen Perspektiven in die Öffentlichkeit, die sich nicht auf nationale Zugehörigkeit oder politische Loyalität reduzieren lassen.
Beginn ist um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek Kassel, der Eintritt ist frei.
Das weitere Programm des Festivals:
Freitag, 23. Januar, 18 Uhr, Foyer INTERIM: Festivaleröffnung
Freitag, 23. Januar, 19 Uhr, INTERIM: tHE bAD von Hofesh Shechter / Shuv von Eyal Dadon
Samstag, 24. Januar, 18 Uhr, Schauspielhaus: Gastspiel des Suzanne Dellal Centres: 1|2|3 – Plattform für neue Choreograf:innen. Neue Choreografien von Hila Nachshonov, Naya Binghi, Naomi Kats, Rotem Viner Tchaikovsky und Daniel Ben Ami

(c) Asya Skorik
Samstag, 24. Januar, 20:15 Uhr, TiF – Theater im Fridericianum: EMBODIED_IMAGES. Drei Stücke von Roni Chadash, Klil Ela Rotshtain und Michael Getman
Sonntag, 25. Januar, 11 Uhr, SoZo Visions in Motion: Masterclass zeitgenössischer Tanz mit Hila Nachshonov & Rotem Viner Tchaikovsky
Sonntag, 25. Januar, 20.15 Uhr, TiF – Theater im Fridericianum: Season 3 – Let’s Talk About Sacre: Letzter Frühling | Last Spring | אביב אחרון von Yossi Berg und Oded Graf
Einzeltickets für die Vorstellungen sind erhältlich an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, und online unter www.staatstheater-kassel.de .
Der Festival-Pass, der ebenfalls online erhältlich ist, beinhaltet alle Festival-Programmpunkte bei 30 Prozent Ersparnis gegenüber den Einzeltickets.
14.01.2026











